Kieler Zob : Investoren legen Hotelkonzept vor

Zwischen dem Atlantic-Hotel (Hintergrund) und dem neu zu bauenden Zob-Parkhaus könnte ein weiteres Hotel in Kiel entstehen.
Zwischen dem Atlantic-Hotel (Hintergrund) und dem neu zu bauenden Zob-Parkhaus könnte ein weiteres Hotel in Kiel entstehen.

Die Bremer Zech-Group denkt an eine „Atlantic“-Erweiterung oder an ein Budget-Hotel. Sie haben einen renommierten Architekt im Boot, wollen damit die Stadt überzeugen. Im März könnte die Entscheidung fallen.

shz.de von
29. Januar 2015, 11:49 Uhr

Der Abriss des Zentralen Omnibusbahnhofs (Zob) samt Parkhaus ist inzwischen geregelt – doch was geschieht auf dem zweiten Baufeld zwischen Hotel „Atlantic“ und Zob? Monatelang liefen Verhandlungen zwischen der Stadt und den potenziellen Investoren aus Bremen, der Zech-Group. Man konnte sich nicht über die Nutzungen des geplanten Gebäudes einigen. Nun kommt Bewegung in die Sache. Die Gruppe will ihr Hotel-Konzept weiter verfeinern – und einen großen Schritt vorankommen, wie Sprecher Holger Römer auf Anfrage mitteilte. „Wir werden es im März den Entscheidern der Stadt vorstellen“, so Römer. Die Zech-Group ist in Kiel bereits seit bald fünf Jahren erfolgreich mit dem „Atlantic“-Hotel vertreten, gleich zwischen Hauptbahnhof und Zob gelegen.

Angrenzend an das Vier-Sterne-Hotel in Kiel könnte es nach den Plänen der Bremer ein neues Hotel niedrigerer Kategorie („Budget“) geben – oder auch eine Erweiterung für das „Atlantic“, berichtete Römer. Das sei alles noch offen. Details will das Unternehmen erst im März verkünden. Nur so viel verrät Römer: Derselbe renommierte Hamburger Hotel-Architekt ist wieder mit im Boot, der auch das Kieler „Atlantic“ entworfen hat – Giorgio Gullotta. Der Architekt wurde durch die Gestaltung des Restaurants „Bullerei“ von TV-Koch Tim Mälzer in der Hansestadt bekannt.

Darum geht’s: Die Stadt Kiel hat ein Interesse daran, dass zwischen dem Vier-Sterne-Haus und dem neuen Zob samt Parkhausneubau ein Gebäude mit „hochwertiger Nutzung“ entsteht. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Rückbau des alten Parkhauses auf Hochtouren; Ende Februar soll es losgehen (wir berichteten), und zwar auf dem Baufeld II (rund 4400 Quadratmeter). Dort wird die Stadt selbst das neue Zob-Areal errichten. Investitionsvolumen: 12 Millionen Euro.

Direkt daneben ist das Baufeld I ( 3200 Quadratmeter) angesiedelt, das die Zech-Group kaufen will. Ideen für den geplanten Neubau mit Verbindung zum „Atlantic“ gibt es viele, von der Stadt als auch aus Bremen. Denn Kiel will laut Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) das Baufeld gern an die Zech-Gruppe veräußern. Die Investoren dachten etwa an Wohnprojekte, wollten zudem ein Parkhaus bauen. Doch das ist vom Tisch. Nun geht es für die Investoren nur noch um eine Tiefgarage für den eigenen Bedarf.

Denn ein Parkhaus, das ist ein offenes Geheimnis, lehnen Entscheider im Rathaus ab. Grund: Man will sich keine Konkurrenz direkt neben das eigene neue Parkhaus holen. Dafür hat die Verwaltung ein Internat für Schüler ins Spiel gebracht, die derzeit auf dem Hof Hammer untergebracht sind. Im Gespräch sind ferner Büroflächen und Praxen. Die Stadt hat den Bremern laut Todeskino zudem ein Kongresszentrum vorgeschlagen, für das es in Kiel nicht nur den Bedarf gibt, sondern eventuell auch Fördermittel.

Auch diese Idee soll ins Konzept einfließen, wie Zech-Sprecher Römer bestätigte. Man habe damit bereits Erfahrung. „Extrem erfolgreich“ laufe ein eigenes Congress-Hotel in Essen. Knackpunkt wird sein, wie sehr sich für die Bremer eine Investition lohnen kann. „Für uns muss es Sinn ergeben“, so Römer. „Aber in der Regel finden wir eine Lösung.“


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen