Kiel-Kanal : In vier Jahren steht die Holstenbrücke unter Wasser

So sieht der offizielle Computer-Entwurf aus: Rechts sind Terrassen eingeplant, in der Mitte ist eine Fußgängerbrücke im Verlauf der Holstenstraße vorgesehen. Zur linken Seite bleibt Platz für zwei Busspuren, im Hintergrund ist der Kleine Kiel zu erkennen.
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So sieht der offizielle Computer-Entwurf aus: Rechts sind Terrassen eingeplant, in der Mitte ist eine Fußgängerbrücke im Verlauf der Holstenstraße vorgesehen. Zur linken Seite bleibt Platz für zwei Busspuren, im Hintergrund ist der Kleine Kiel zu erkennen.

Die Ratsfrauen und Ratsherren sollen am Donnerstag das ehrgeizige Projekt „Kiel-Kanal“ anschieben. Die Kosten für die Wasserfläche in der Innenstadt liegen aktuell bei 12,5 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen in einem Jahr beginnen, ab Mitte 2017 wird die Holstenbrücke voll gesperrt.

shz.de von
13. Juli 2015, 10:42 Uhr

Jetzt geht es in die Vollen. Nach jahrelanger Vorbereitung und Diskussion soll die Ratsversammlung am Donnerstag auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause das ehrgeizige Innenstadt-Projekt „Kiel-Kanal“ absegnen. Nach dem Zeitplan sollen bereits im Herbst 2016 die Bauarbeiten an der Holstenbrücke beginnen, Fertigstellung ist fürs Frühjahr 2019 vorgesehen. Die Kosten werden auf 12,5 Millionen Euro kalkuliert, das sind gut 1,6 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Allein eine Million wird für „Unwägbarkeiten“ aufgelistet.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Name „Kiel-Kanal“ ist irreführend, weil die Wasserfläche im Bereich der Holstenbrücke aus zwei 50 beziehungsweise 100 Meter langen „Wannen“ besteht. Der ursprünglich anvisierte direkte Anschluss an die Teichlandschaft am Kleinen Kiel würde weitere 1,3 Millionen Euro kosten und gilt zurzeit als nicht finanzierbar. „Die Verwaltung schlägt eine mögliche spätere Umsetzung vor“, steht im Papier.

Gespeist wird der „Kanal“ zwar schon vom Kleinen Kiel, aber nur über ein Rohrsystem. Das Wasser durchläuft vorher spezielle Bodenfilter. Sorge um schlechte Wasserqualität in den beiden „Kanal“-Wannen hat die Verwaltung nicht. Einrichtungen wie das Freibad in Büdelsdorf hätten mit den Bodenfiltern gute Erfahrungen gemacht. Außerdem soll die Umwälzpumpe rund um die Uhr für genügend Sauerstoff sorgen.

Die Stadt kalkuliert mit rund einer Million Euro an Anliegerbeiträgen. Im Rahmen der Städtebauförderung übernehmen Bund und Land zwei Drittel der übrigen Kosten. Es gibt aber Einschränkungen: Die Ausgaben beispielsweise für die umfangreiche Wasserversorgung gelten nicht als nicht förderfähig.

Läuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten bereits im Herbst 2016 mit der Errichtung der neuen Bus-Haltestellen. Ab Mitte 2017 wird die Holstenbrücke dann für den Privatverkehr voll gesperrt. Probleme für Gäste, die mit dem Auto das Kieler Zentrum ansteuern, sieht die Stadt nicht und verweist auf ihr „Verkehrskonzept Innenstadt“. Wörtlich heißt es: „Die Altstadt bleibt weiterhin gut für den motorisierten Individualverkehr erreichbar.“  

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