zur Navigation springen

Attraktive Innenstadt : In drei Jahren tobt hier das Leben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gemeinsam richten die Landeshauptstadt und die Privatwirtschaft ein Innenstadt-Management ein. Janine-Christine Streu soll dafür sorgen, dass künftig mehr Gäste ins Kieler Zentrum kommen – und die aktuellen Leerstände verschwinden.

shz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 18:12 Uhr

Das Zentrum der Landeshauptstadt hat an Attraktivität verloren. Das ist kein Geheimnis. Anders lassen sich die zahlreichen Leerstände an der Fußgängerzone der Holstenstraße auch nicht erklären. Doch Kiel will jetzt aktiv gegensteuern. Gestern stellten die Verantwortlichkeiten ein inhaltliches, personelles und finanzielles Konzept für den Umgang mit innerstädtischen Leerständen vor. Erklärtes Ziel: In spätestens drei Jahren soll Kiel aus seinem „Dornröschenschlaf“ erwachen. Dafür soll die neue Innenstadt-Managerin Janine-Christine Streu sorgen. Den Rücken stärken ihr gleich ein halbes Dutzend männlicher Experten.

Der Zeitraum von drei Jahren ist nicht willkürlich gewählt. Die Wohn- und Geschäftsneubauten – Schlossquartier, Markthalle, Woolworth-Gelände – sind dann fertiggestellt. Außerdem soll der sogenannte „Kleine Kiel-Kanal“, neuerdings auch „Holsten-Fleet“ genannt, die Gäste zuhauf in die Innenstadt locken. Das überdimensionale Wasserbassin auf Höhe der Holstenbrücke spielt eine entscheidende Rolle im Konzept. Es wird, davon ist Oberbürgermeister Ulf Kämpfer überzeugt, „die neue Kieler Mitte“ prägen.

Bis dahin allerdings müssen die Kieler und ihre Gäste aus nah und fern eine Menge Staub schlucken und Umleitungen ertragen. Sönke Bergemann von Haus & Grund spricht denn auch von schwierigen drei Jahren. Doch er weiß sich im Grundsatz einig mit Uwe Wanger (Kiel-Marketing) und Jan Christoph Kersig (Kersig Immobilien), wenn er sagt: „Neues Leben in der Stadt bringt neues Leben in die Stadt – auch nach Ladenschluss“. Leerstände müsse man nach Möglichkeit vermeiden. Zwischennutzungen im „Labor Innenstadt“ werden angestrebt, Ausstellungen sind erwünscht.

Die Vertreter von Wirtschaft und Tourismus loben Kämpfers Ansatz. Der Oberbürgermeister hatte nämlich 100  000 Euro an städtischen Mitteln in Aussicht gestellt – sofern die private Seite in den besagten drei Jahren mindestens die gleiche Summe für das professionelle Innenstadt-Management aufbringt. Das ist offenbar gelungen. Gegenwärtig liegt man bei zusammen 180  000 Euro.

Alle Beteiligten wissen, dass sich die Bedingungen für gute Geschäfte in der Innenstadt geändert haben. Das liegt beispielsweise an den Shopping-Zentren wie Citti-Markt, aber auch am wachsenden Internet-Handel. Wer heute zahlungskräftige Kunden anlocken möchte, müsse neben seiner Ware „Erlebnis bieten“, müsse – Beispiel Beachclub – Strand und Wasser förmlich ins Zentrum holen. Die Innenstadt-Managerin präsentierte gestern die ersten künstlerischen Meeres-Motive, die bald die Schaufenster leerstehender Geschäfte zieren werden. Stichwort: „Heimathafen gesucht?“

Wichtiges Kriterium für die wachsende Attraktivität des Kieler Zentrums ist die Besucherfrequenz. Zwei moderne Infrarot-Kameras werden relativ präzise Daten liefern. Zurzeit werden täglich rund 30  000 Menschen in der Kieler Innenstadt registriert. In drei Jahren soll eine spürbar höhere Zahl belegen, dass sich Ausgaben fürs Management auf Dauer bezahlt machen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen