Städtisches Krankenhaus : In 30 Jahren genau 55 853 Neugeborene

THW-Maskottchen Hein Daddel kam am Nikolaustag mit Schoko-Weihnachtsmännern vorbei. Die jungen Eltern Celina Jost und Tim Michel aus Brügge freuen sich mit ihrer kleinen Feena Leni.  Fotos: Carstens
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THW-Maskottchen Hein Daddel kam am Nikolaustag mit Schoko-Weihnachtsmännern vorbei. Die jungen Eltern Celina Jost und Tim Michel aus Brügge freuen sich mit ihrer kleinen Feena Leni. Fotos: Carstens

Es war eine schwere Geburt, denn das Projekt geriet zum politischen Streitfall. Doch mit einjähriger Verzögerung wurde der ersehnte Kreißsaal schließlich im Dezember 1988 eröffnet – und heute ist das Städtische Krankenhaus Kiel die geburtenstärkste Klinik im Lande.

shz.de von
06. Dezember 2018, 19:58 Uhr



Feena Leni Jost, 3500 Gramm schwer und 53 Zentimeter klein, kam am 5. Dezember zur Welt. Sie ist das 55 850. Baby im Städtischen Krankenhaus Kiel, mittlerweile die geburtenstärkste Klinik im Norden. Die Hebammen Bettina Brauer-Keller (60) und Elisabeth Laube-Schütt (59) waren schon vor 30 Jahren dabei, als der Kreißsaal eröffnet wurde. Und das war, im übertragenen Sinne, damals eine schwere Geburt.

Denn der geplante Kreißsaal geriet zum Politikum. Das Uni-Klinikum, speziell die Frauen-Klinik, duldete zunächst keine „Konkurrenz“. Doch es zeigte sich auch, dass sich viele werdende Mütter mit dem Hebammensystem, wie es erfolgreich in Eckernförde und Preetz praktiziert wurde, stark anfreunden konnten. In Kiel zogen Hebammen und junge Mütter mit Transparenten auf die Straße – und nach einjähriger Verzögerung kam das Städtische Anfang Dezember 1988 dann doch zu der ersehnten Neugeborenenstation.

Durchschnittlich fünf bis sechs kleine Mädchen und Jungen werden in den vier Kreißsälen (plus einer Wehenstation) täglich geboren, pro Jahr sind es nahezu 2000. Und insgesamt – Stand gestern Nachmittag, 17 Uhr – weist die aktuelle Statistik 55 853 Babys aus. Darunter ist auch der über die Jahre auf 50 Köpfe angewachsene Nachwuchs der THW-Handballprofis. Kein Zufall, dass THW-Maskottchen Hein Daddel gestern am Nikolaustag vorbeischaute und auf der Neugeborenenstation kleine Geschenke verteilte.

Bettina Brauer-Keller half in den 30 Jahren bei gut 2100 Geburten, Elisabeth Laube-Schütt sogar bei über 6000. „Wir versuchen, den Wünschen der Mütter nachzukommen“, erklären sie ihre Arbeit. Aber es gibt natürlich auch Grenzen. Etwa wenn das Gedränge am Bett der Schwangeren allzu groß wird. Der dringende Ratschlag der Hebammen: „Es muss doch nicht der ganze Kegelverein bei der Geburt dabei sein.“

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