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Brandstifter-Prozess : Imbiss-Inhaber bricht sein Schweigen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 13:56 Uhr

Am dritten Verhandlungstag im Prozess um die schwere Brandstiftung in einem Wohnhaus an der Kieler Feldstraße meldete sich jetzt auch der dritte Angeklagte zu Wort. Die beiden Brandstifter hatten am Vortag ein umfangreiches Geständnis abgelegt und den Inhaber des Dönerladens als Drahtzieher beschuldigt. 3000 Euro habe er ihnen versprochen. Zu diesen Vorwürfen aber schwieg der mutmaßliche Auftraggeber, er machte lediglich Angaben zur Person.

So wehrte sich der 42-jährige Iraker, der 1998 nach Deutschland gekommen war, gegen den mehrfach geäußerten Vorwurf, er sei jähzornig und habe oft lautstark mit seiner Frau gestritten. Seine Begründung für den Zwist: Seine polnische Ehefrau habe unter Fehlgeburten nach Eileiter-Schwangerschaften gelitten. Sie brachte einen Sohn (13) mit in die Ehe, außerdem hat das Paar einen gemeinsamen vierjährigen Sohn.

Versprochen hatte sich der verschuldete Imbissinhaber offenbar die Auszahlung der Brandversicherung in Höhe von 31  000 Euro. Nur zwölf Stunden nach dem nächtlichen Großfeuer am 29. Juni hatte er den Schaden gemeldet. Das gab der Versicherungsmakler gestern im Landgericht zu Protokoll, zur Auszahlung des Geldes kam es allerdings nicht.

Nachbarn und Polizisten beschrieben gestern noch einmal die gefährliche Lage. Den Bewohnern, von einer schweren Explosion aus dem Schlaf gerissen, war der Fluchtweg durchs Treppenhaus versperrt. Selbst aus den beiden Nachbarhäusern eilten die Menschen – viele barfuß und im Nachthemd – auf die Straße. „Ich wusste, dass in den oberen Stockwerken noch Menschen auf den verqualmten Balkonen zum Hinterhof auf Rettung warteten“, erklärte der Einsatzleiter. Er habe panische Stimmen gehört wie „Ich springe jetzt runter“. Nach seinen Worten war es „reine Glückssache“, dass es keine Opfer gegeben habe.

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