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Andreas-Gayk-Medaille : Im Auftrage seiner Heimatstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wolfgang Erichsen, der im September mit der Andreas-Gayk-Medaille ausgezeichnet wird, ist ein Kieler Urgestein. Der Buchhändler, der sein Geschäft an der Dänischen Straße hat, kennt wie kaum ein Zweiter die jüngere Stadtgeschichte. Er ist so etwas ein Botschafter Kiels.

Wahrscheinlich muss man Kieler aus Überzeugung und zugleich Buchhändler sein, um Sätze wie diesen zu formulieren: „Wir müssen etwas haben, das in jedem Reiseführer steht. Darin liegt für Kiel die große Chance.“ Wolfgang Erichsen kennt die Stadt wie kaum ein Zweiter und hat sich in ungezählten Sitzungen, Gremien, Vereinen für die Belange seiner Heimatstadt eingesetzt. Für seine unermüdliche jahrzehntelange Arbeit hat ihm die Ratsversammlung jüngst die Andreas-Gayk-Medaille zuerkannt. Die zweithöchste Auszeichnung der Stadt (nach der Ehrenbürgerwürde) wird Wolfgang Erichsen am 21. September verliehen.

Er wurde vor knapp 63 Jahren in Kiel geboren, er wuchs hier auf und ging hier zur Schule, er machte eine Buchhändlerlehre im elterlichen Geschäft an der Dänischen Straße und hat den Laden 1988 übernommen. „Ich war doch nie weg“, sagt Wolfgang Erichsen mit einem Schmunzeln im Gesicht. Sein persönlicher „Ausbruch“ fand 1974/75 statt: Er legte als hauptberuflicher Discjockey Platten auf im legendären „Abraxas“ an der Lerchenstraße. Er weiß es noch genau: „An der Bergstraße war Popmusik angesagt, im ,Milli Vanilli’ gab’s Soul – und wir spielten Rockmusik.“ Frank Zappa gehört bis heute zu seinen Favoriten.

Wolfgang Erichsen sagt von sich, dass er das „Ehrenamt-Gen“ in sich trägt. Er war bei Round Table und bei den Lions aktiv. Im Förderkreis Altstadt ist sein Rat heute genauso gefragt wie bei Kiel-Marketing. Nicht zu vergessen die Ämter, die er im Börsenverein des Deutschen Buchhandels übernommen hat. Seit mittlerweile wohl 25 Jahren ist Erichsen Sprecher der Interessengemeinschaft Dänische Straße, gemeinsam mit den Mitstreitern stellt er den eigenen Festival-Tag als Begleitprogramm zum Schleswig-Holstein Musik Festival auf die Beine.

Wolfgang Erichsen hat miterlebt, wie vor gut 40 Jahren die Schienen der Straßenbahn umgelegt wurden, wie die Fußgängerzone und der Alte Markt geschaffen wurden, kurz: wie eine moderne Innenstadt entstand. „Es war damals ein echter Aufbruch“, erinnert er sich an die Olympiazeiten von 1972. Visionen und mutige Konzepte waren gefragt – das hat auch heute Gültigkeit. Erichsens oben erwähnten Worte vom städtischen Alleinstellungsmerkmal beziehen sich auf den Kiel-Kanal oder „Holsten-Fleet“ an der Holstenbrücke, der in drei, vier Jahren die Einkaufszone in der Altstadt einmalig attraktiv machen soll.

Das war im Jahre 2001 kaum abzusehen, als sich eine Delegation von Stadtplanern und Kaufleuten auf den Weg ins dänische Aarhus machte. Die Strategen im Norden hatten nämlich Erfolg mit ihrer Idee, das Wasser zurückzuholen ins Zentrum. „Man muss einfach daran glauben“, erklärt Wolfgang Erichsen heute. Vom Nutzen des Kiel-Kanals ist er fest überzeugt: „Beim ersten Sonnenstrahl wird alles gut bevölkert sein.“ Er sieht nicht allein die Stadt im Vorteil, die gesamte Förde-Region wird Nutznießer sein. Denn: „Ob Kiel, Laboe, Heikendorf oder Strande – der Tourist unterscheidet heute gar nicht mehr.“  

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erstellt am 10.Aug.2017 | 18:25 Uhr

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