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Schwedischer Möbel-Riese : Ikea will Standort Kiel stark ausbauen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr Verkaufsfläche, mehr Parkplätze, mehr Sitzplätze im Restaurant, ein Glashaus für Pflanzen und Gartenmöbel sowie ein Lagerturm sind geplant.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 05:19 Uhr

Kiel | Die Landeshauptstadt Kiel wird sich in den kommenden Jahren zum Möbelhaus-Mekka entwickeln – wenn nicht nur Möbel Kraft sein geplantes neues Zentrum am Westring baut, sondern auch der schwedische Konkurrent nebenan kräftig modernisiert und ausbaut. Denn genau das hat Ikea mit seinem im Jahr 2002 eröffneten Kieler Standort an der Autobahn vor. Unternehmenssprecherin Chantal Gilsdorf bestätigte gegenüber sh:z am Dienstag: „Ja, wir möchten sehr umfangreich erweitern – in allen Bereichen.“

Die Filiale in Kiel ist neben der in Lübeck die einzige in Schleswig-Holstein. Das Einzugsgebiet des Ikea-Standortes in Kiel umfasst das nördliche und mittlere Schleswig-Holstein sowie die dänische Grenzregion.

Details wollte sie mit Blick auf noch ausstehende Gespräche und Gremien-Entscheidungen nicht bestätigen. Kommende Woche sollen im Bauausschuss die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben geschaffen werden. Der Architekt und ein Vertreter der Geschäftsführung werden dabei sein. Doch Einzelheiten sind ohnehin bereits in der Beschlussvorlage einzusehen, die Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) unterschrieben hat.

Konkret will Ikea die Verkaufsfläche seines Kieler Hauses um 5780 Quadratmeter auf künftig 22.000 Quadratmeter aufstocken. Das Restaurant soll um 70 Sitzplätze wachsen, ein Glashaus für Pflanzen und Gartenmöbel entstehen. Auch wenn die vorhandenen Parkplätze jetzt noch als ausreichend gelten – es soll zusätzliche geben. Das Parkdeck soll um zwei bis drei Etagen – je Ebene etwa 130 Stellplätze – vergrößert werden. Denn die skandinavische Möbelhauskette rechnet nach Modernisierung und Erweiterung mit einem Kundenzuwachs um geschätzte 20 Prozent. Auch durch den geplanten Bau von Möbel Kraft ganz in der Nähe könnten zusätzlich Kunden generiert werden, hieß es.

Als eine Reaktion auf die Kraft-Expansion aus Bad Segeberg nach Kiel will Ikea hingegen seine seit 2011 geplante Erweiterung nicht verstanden wissen: „Wir machen eine andere Rechnung auf: Wie alt ist der Standort, welche Kapazitäten hat er? Was kann man wie erweitern, um das Einkaufserlebnis zu verbessern?“, erläutert Gilsdorf die Fragestellungen. So ist den Unterlagen zu entnehmen, dass ein 26 Meter hoher Siloturm als Lagerfläche entstehen soll. Mit der dann verbesserten Verfügbarkeit der Möbel beispielsweise will Ikea laut Gilsdorf die Kundenzufriedenheit verbessern.

Mit ihren Wachstumsplänen läuft das Unternehmen bei der Stadtverwaltung offene Türen ein: „Wir begrüßen sehr, dass Ikea am Kieler Standort nicht nur festhält, sondern ihn erweitern will“, sagte Baudezernent Todeskino gestern. „Ikea ist eine Visitenkarte für eine Stadt.“ Nach jahrelanger Vorplanung seien viele Probleme aus dem Weg geräumt – etwa straßenbaurechtlicher Art, die mit dem Land geklärt werden mussten. So muss ein Lärmschutzwall der Autobahn 215 zum Teil überplant werden. Aus Sicht der Verwaltung spreche nichts gegen den Ausbau. „Nur über die Gestaltung des Logistikturms müssen wir noch mal sprechen“, kündigte Todeskino an. Denn aufgrund der Höhe gebe es besondere Anforderungen an das Bauwerk.

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