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Im Lande ganz vorne : Ihr Revier ist die grüne Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unter 150 Auszubildenden im Lande erhielten zwei angehende Gärtnerinnen aus dem Kieler Botanischen Garten die besten Zeugnisse. Im grünen Wissenschaftsareal mit seinen 14 000 verschiedenen Arten fühlen sich Anne Sophie Blüml und Silke Höppner heimisch.

Der Botanische Garten der Kieler Universität ist gegenwärtig das Maß aller Dinge in der gärtnerischen Ausbildung Schleswig-Holsteins. Bei der landesweiten Freisprechung von 150 Nachwuchskräften erhielten Anne Sophie Blüml (21) und Silke Höppner (25) die besten Zeugnisse. Beide jungen Frauen durchliefen ihre Ausbildung im acht Hektar großen Grün-Areal an der Universität.

Michael Braun, Technischer Leiter des Botanischen Gartens, freute sich über das außergewöhnliche Ergebnis: „Das hatten wir noch nie.“ Mit zwölf Lehrlingen (in drei Jahrgängen) ist der Botanische Garten der größte Ausbildungsbetrieb im Lande und mit 14  000 Pflanzenarten auch der umfangreichste. In verschiedenen Revieren lernen die angehenden Gärtner die weltweite Vielfalt der Flora kennen. Neben den geografischen Abteilungen Asien, Amerika und Europa gibt es Lehrbiotope für Düne, Heide, Moor, Erlenbruch und Teichwiesen. Mediterrane Landschaftstypen gehören zum Uni-Garten, ebenso das Alpinum, das Pflanzen aus den sämtlichen Höhenlagen des Planeten beherbergt.

Anne Blüml ist in Nürnberg groß geworden. Vor Beginn ihrer Lehre im Kieler Botanischen Garten absolvierte sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Imker in Berlin. Ganz anders verlief der berufliche Werdegang von Silke Höppner. Sie hatte bereits eine Lehre im Einzelhandel hinter sich und war im Gartencenter der Baumarktkette Max Bahr beschäftigt, als sie sich schließlich für eine neue Ausbildung als Gärtnerin mit der Fachrichtung Zierpflanzenbau entschied.

Zu den Prüfungen gehören sogenannte „Kulturberichte“, bei denen sich die beiden Frauen vom Botanischen Garten mit dem aus den Subtropen stammenden Fleißigen Lieschen beschäftigten und mit der Artenvielfalt bei den Stiefmütterchen. Beide müssen ihre Sache sehr gut gemacht haben. Am Ende stand für sie die Gesamtnote von 1,06 beziehungsweise 1,29 im Zeugnis.

„Einser-Abschlüsse sind in unserem Metier nicht gerade häufig“, erklärt Michael Braun. Er und seine Mitarbeiter achten bei der Vergabe der Azubi-Stellen genau darauf, dass die Bewerber zumindest über Praktiumserfahrungen verfügen. „Gartenarbeit im häuslichen Umfeld reicht nicht aus“, sagt Braun. Tagelanges Unkrautjäten müssten die Neuen schon mal aushalten, wenn sie im Beruf bestehen wollen.

Anne Blüml und Silke Höppner schmieden bereits Pläne für die Zukunft. Noch haben sie einen einjährigen Anschlussvertrag im Botanischen Garten, danach werden sich ihre Wege wohl trennen. Anne Blüml macht sich mit dem Gedanken an ein Gartenbau-Studium vertraut. Silke Höppner will zunächst für ein paar Monate nach Australien – und „in fünf Jahren vielleicht den Meister machen“.  

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erstellt am 22.Sep.2015 | 10:37 Uhr

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