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Kieler Polizei empört : Ignorante Passanten behindern Bombenentschärfer bei der Arbeit

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Kieler Polizei ist entsetzt über das rücksichtslose Verhalten mancher Passanten – und bringt es auch zum Ausdruck.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 16:06 Uhr

Kiel | Beim Weihnachtsshopping in Kiel war den Kauflustigen offenbar selbst ein Bombenentschärfer nur im Weg. Der Sprengstoff-Experte wurde am Dienstagnachmittag bei der Untersuchung einer verdächtigen Sporttasche mehrfach behindert. Die Ignoranz der Menschen bewog die Kieler Polizei nun zur Verbreitung einer sehr emotional vorgetragenen Meldung.

Auf den Straßen rings um den Exerzierplatz in der Innenstadt ging es Dienstagnachmittag gar nicht oder nur im Schritttempo voran. Der Grund: Zwischen Telefonsäule und Fahrradständer war auf eine verdächtige blaue Sporttasche mit schwarzen Griffen gesichtet worden. Wie sich dann herausstellte, enthielt die Tasche nur Müll. Nach anderthalb Stunden war der Spuk beendet.

„Passanten missachteten dutzendfach die Absperrungen, weil ihnen Weihnachtseinkäufe oder das Erreichen ihrer Pkw wichtiger waren, als das Leben von Thomas Baller, dem Mann, der sich mit einem Spezialanzug der Tasche näherte“, beschrieb die Polizei die Situation am Mittwoch. Der Experte hätte seine gefährliche Arbeit deshalb immer wieder unterbrechen müssen.

Polizisten hatten den Fundort an einer Bushaltestelle am Exerzierplatz mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, damit die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes ungestört ihre Arbeit bewältigen konnten. Nach Polizeiangaben regten sich Passanten teilweise sehr aggressiv über die Maßnahmen auf, drohten den Beamten mehrfach mit Dienstaufsichtsbeschwerden.

Entschärfer Baller sagte zu den Vorfällen selbst: „Es war wirklich schlimm.“ Sicherlich dürfe diskutiert werden, ob Bürger „in diesen politisch turbulenten Zeiten zu sensibel auf mögliche Bedrohungen reagieren“, teilte die Polizei mit. Bei einer Gefährdung von Menschenleben müsse jedoch gehandelt werden.

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