zur Navigation springen

Nach Kollision mit Frachter : Holtenauer Schleuse am NOK bekommt Ersatztor

vom

Nach der Kollision eines britischen Massengutfrachters mit dem Schleusentor am Nord-Ostsee-Kanal in Kiel-Holtenau wird ein Ersatztor eingebaut. Künftige Schleusentore sollen Entwürfen nach „Pufferzonen“ bekommen.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 10:48 Uhr

Kiel | Unfälle wie am Montagvormittag, als der Frachter „Vectis Eagle“ aufgrund eines defekten Verstellpropellers in das Schleusentor der Nordkammer der großen Schleuse gefahren war, sorgen immer wieder für Behinderungen am Nord-Ostsee-Kanal. Schnell stand fest: Das Tor lässt sich nicht mehr öffnen, es muss ausgebaut und durch ein vorhandenes Reservetor ersetzt werden.

Das einzige einsatzbereite Tor wird am Mittwoch in der Nordschleuse eingesetzt. Sollte erneut ein Unfall passieren, gibt es keinen weiteren Ersatz. Weil sich ein Torunterwagen (ein Schleusentor wird auf zwei Torunterwagen wie auf Schienen bewegt) nicht mehr bewegen ließ, musste der Einbau des Ersatztores am Dienstag noch verschoben werden. Wahrscheinlich ist, dass auch der Torunterwagen bei der Havarie beschädigt wurde. Das Ausmaß des Schadens kann noch nicht beziffert werden.

Das defekte Tor wurde bereits am Montag ausgebaut und zum Reparaturkai gebracht. Am Nachmittag soll die Schleuse nach einigen Tests wieder für die Schifffahrt freigegeben werden, sagt das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Gegenüber den Kieler Nachrichten äußerten Techniker des Wasser- und Schifffahrtsamtes den Wunsch nach neuartigen Schleusentoren. Diese sollen Ausfälle durch Kollisionen künftig mindern. Ein Entwurf sieht vor, eine „Pufferzone“ in das Schleusentor zu integrieren. Diese Zone soll die Energie beim Auftreffen des Schiffes ableiten, so dass Struktur, tragende Elemente und Tanks der Schleusentore nicht mehr so einfach beschädigt werden können. Der Entwurf rechnet mit Schiffen von bis zu 19.000 Tonnen Verdrängung, die mit 1,5 Knoten Geschwindigkeit (ca. 2,8 Stundenkilometer) fahren. Im Falle der kleineren „Vectis Eagle“ dürfte die Geschwindigkeit auch höher ausfallen. Für ein solches Tor müsste ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden.

Das beschädigte Tor war erst vor drei Wochen nach einer Generalüberholung wieder in Betrieb genommen worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen