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Maklerreport : Holstenstraße im Aufwind

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Comfort-Gruppe aus Düsseldorf schreibt einen positiven jährlichen Städtereport für die Landeshauptstadt, die IHK zu Kiel bestätigt den Trend. Bekannt wurde jetzt auch: Im früheren Leik-Einkaufszentrum wird Fielmann dabei sein.

Keine Frage – wer den aktuellen Städtereport Kiel der Comfort-Gruppe aus Düsseldorf liest, der sieht in der Einkaufsmeile Holstenstraße viel Bewegung, vielleicht sogar eine Trendwende. Denn es tut sich was. Neue Geschäfte wurden eröffnet oder kommen bald hinzu, allen voran der Modeanbieter TK Maxx (wir berichteten). Neue Mieter seit August 2013 sind in der Fußgängerzone demnach: Hold, Schuh Eggers, Förde Sparkasse, Footlocker, Tiger, Parfümerie Schuback, Tee Gschwnender, tredy, Calzedonia und Snipes. Darum lautet der Tenor des Berichts auch: „1A-Lage im Aufwind“. Von nachhaltiger Stärkung und einem deutlich positiven Weg ist die Rede. Verwiesen wird dabei auf eine „gesteigerte Anzahl an Neuanmietungen“ sowie ein „erstmals gesteigertes Mietpreisniveau im ersten Halbjahr 2014“. Besonders im Fokus des Reports steht das ehemalige Einkaufszentrum Leik. Denn für dessen Eigentümer, die Centrum Holding, hat die Comfort-Gruppe neue Mieter an Land gezogen.

Das Düsseldorfer Unternehmen ist ein Makler- und Beratungshaus für Einzelhandels-Immobilien in Toplagen vieler deutscher Städte und auch in der Landeshauptstadt aktiv. Und das erfolgreich: Nach langer Zeit des Leerstands wird das Ex-Leik wiederbelebt. Erst vor kurzem wurde offiziell bestätigt, dass mit einer Filiale von TK Maxx ein großer Modeanbieter in die Kieler Innenstadt zieht, der mit günstigen Preisen auf Markenkleidung wirbt. Im Städtereport der Düsseldorfer steht auch, dass sich Brillenkönig Fielmann in der Projektentwicklung eine weitere „Top-Fläche sichern konnte“. Künftig werde dort die bereits 1982 eröffnete Kieler Filiale auf rund 500 Quadratmeter vergrößert.

Einleuchtend, dass ein Makler für Objekte in der Holstenstraße ein Interesse daran hat, dass diese Straße positiv wahrgenommen wird. Neutral ist das nicht. Das gibt Unternehmenssprecher Frank Hinz zu: „Als Makler haben wir sicher die Tendenz, Einzelhandelslagen zu stärken“, sagt er, betont aber: „Fakten werden nicht geschönt.“ Die Tendenz in der Holstenstraße wird allerdings auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel bestätigt, wie Sedes Atasoy erklärt: „Die Umgestaltung des Sophienhofs, die fast vollständige Vermietung des alten Leik und das Nordlicht-Zentrum setzen positive Signale.“

Dennoch – auch in dem im Report als besonders produktiv beschriebenen nördlichen Ende der Holstenstraße gibt es Leerstand. Am Ende des Berichts heißt es zudem: „Auch wenn einige Mietflächen der fertiggestellten Projektentwicklung „Nordlicht“ noch nicht völlig rund laufen, der obere Teil der Holstenstraße wird durch die nun feststehende Lösung für das ehemalige Leik endgültig Fahrt aufnehmen.“ Sehr vage klingt der Verweis auf „anstehende Entwicklungen der ehemals von New Yorker, Thalia, C&A und Karstadt Sports genutzten Objekte“. Diese würden perspektivisch zur Attraktivitätssteigerung nachhaltig beitragen, verspricht das Düsseldorfer Makler-Unternehmen.

Fragt man allerdings stichprobenartig nach, was aus den Immobilien perspektivisch wird, gibt es derzeit wenig Konkretes. Seit rund anderthalb Jahren füllt im ehemaligen Karstadt Sport-Haus ein Interimsmieter („Münster Accessoires“) die Leere. Die Verträge werden nach Auskunft von Projektleiter Oliver Pappenheim alle drei Monate verlängert: „So lange, bis ein Investor gefunden ist.“ Offenbar werden Gespräche mit Interessenten geführt, aber in diesem Jahr werde sich nichts Grundlegendes ändern, hieß es. Der aktuelle Vertrag läuft bis Ende September. Was aus dem Haus am oberen Ende der Holstenstraße wird, in dem bis Mitte Januar 2015 noch die Thalia Buchhandlung residiert, ist unklar. Eine Pressesprecherin konnte dazu keine Auskünfte erteilen.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 06:02 Uhr

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