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Projekt „Kleiner Kiel Kanal“ : Holstenbrücke bereits 2018 unter Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer setzt beim millionenschweren Vorhaben „Kiel Kanal“ auf die Beteiligung der Einwohner. Die Auftaktveranstaltung in zwei Wochen im Rathaus statt. Läuft alles nach Wunsch, könnte das Projekt bereits in vier Jahren umgesetzt sein und die Holstenbrücke zum größten Teil unter Wasser stehen.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 06:26 Uhr

Das Millionenprojekt „Kleiner Kiel Kanal“ geht in seine nächste Phase. Ab sofort kann sich jeder Einwohner mit eigenen Vorschlägen an dem ehrgeizigen Vorhaben in der Innenstadt beteiligen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeister Peter Todeskino präzisierten gestern Nachmittag im Rathaus die Kostenschätzung für die Wasserfläche auf dem heutigen Berliner Platz und lieferten zugleich einen Zeitplan. Läuft alles nach Wunsch, könnte der „Kiel Kanal“ bereits in vier Jahren, im Herbst 2018, Wirklichkeit sein.

Die Stadt kalkuliert mit Baukosten in Höhe von elf Millionen Euro. „Das halten wir“, versprach Florian Gosmann, der Leiter der städtischen Planungsbüros. Angesichts erhoffter Förderzuschüsse vom Land dürfte der Eigenanteil der Stadt Kiel bei rund drei Millionen Euro liegen. Die jährlichen Ausgaben für Pflege und Unterhaltung veranschlagt Kämpfer auf nur noch 111 000 Euro, bislang war von rund 200 000 Euro die Rede.

Nicht enthalten in diesem Kostenvolumen ist allerdings ein Anschlussprojekt, das die Planer für eine konsequente Weiterentwicklung des Kanal-Vorhabens halten. Das Häuschen direkt vor dem Kleinen Kiel, in dem heute ein ABK-Büro und öffentliche Toiletten untergebracht sind, könnte samt neuer Terrasse und einem Anleger für Tretboote ebenfalls gastronomischer Anlaufpunkt für die Innenstadt-Flaneure werden. In diesem Fall kämen geschätzte 750 000 Euro obendrauf.

Aufgrund von Absprachen mit den Stadtwerken über das Leitungsnetz und der Berücksichtigung einer Trasse für den Busverkehr steht fest, dass der „Kiel Kanal“ 180 Meter lang und zehn Meter breit ausfallen wird, die Wassertiefe liegt bei 1,40 Meter. Der vordere Teil zum Bootshafen hin soll ein flaches Ufer erhalten, an dem die Kinder im Sommer planschen können. Aber diese Überlegung soll ebenso Teil der öffentlichen Diskussion werden wie die Frage nach Bäumen als Windbrechern oder der Verwendung gläsener Scheiben am Geländer vor den Kanalstufen.

Kämpfer zählte nach eigenen Angaben noch im Frühjahr beim Oberbürgermeister-Wahlkampf zu den Skeptikern des ehrgeizigen Projektes. „Heute bin ich überzeugt“, lobt der Rathauschef die „schlüssige Planung“, die das Gesicht der Innenstadt verändern werde („die Konkurrenz schläft nicht“) und auch das Wohlwollen der Kaufmannschaft finde. Nach jahrelanger Zeit der Vorbereitung und Abstimmung steht laut Kämpfer beim „Kiel Kanal“ jetzt nur noch eine Aufgabe an: „Wir müssen es rund machen.“

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