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Bauausschuss in Kiel : Holstein-Stadion soll wachsen, Pläne für Ikea-Ausbau noch offen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Störche sollen ein echtes „Zweitliga-Stadion“ bekommen. Die Entscheidung zur Ikea-Erweiterung fällt hingegen erst im März.

Kiel | Auf dem Weg zu einem größeren, zweitliga-tauglichen Fußballstadion hat der Sportverein Holstein Kiel die erste Verwaltungshürde genommen. Nahezu einstimmig plädierte der Bau-Ausschuss dafür, mit dem sogenannten „Aufstellungsbeschluss“ die Grundlage für einen Bebauungsplan zu schaffen. Das Ziel ist die Verdopplung der Zuschauerkapazität von bislang 11.400 auf künftig 22.000 Plätze. Allerdings: Es existieren auch Pläne zur Errichtung eines Studentenwohnheims neben dem Holstein-Stadion. Ob dieses Konzept mit den Holstein-Plänen kollidiert, soll in den nächsten Monaten geklärt werden.

Ironie der Geschichte: Im Frühsommer schrammte die Holstein-Elf haarscharf am Aufstieg in die 2. Liga vorbei, gegenwärtig aber kraucht die Mannschaft in der unteren Tabellenhälfte herum. Für die laufende Saison ist jeder Gedanke an höhere Fußball-Weihen verflogen. Joachim Balzer (Linke) wusste dann auch nicht, warum man „den Stadionausbau eines mäßigen Drittligisten“ zugunsten von Studentenbuden favorisieren sollte. Er erntete laute „Vorsicht!“-Rufe aus den anderen Fraktionen. Der geplante Ausbau bringe doch nur doppelt so viel Lärm, doppelt so viel Verkehr und doppelt so viel Vandalismus, hielt Balzer an seinem Widerstand fest.

Die große Mehrheit aber ließ sich vom Konzept überzeugen, einem zweistufigen Ausbau auf zunächst 15.000, später dann auf 22.000 Plätze zuzustimmen. Mindestens 3000 Sitzplätze muss das Stadion dann aufweisen, das verlangen die Vorgaben vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die 2. Liga (die im Übrigen auch für die Erste Liga gelten).

Die Stadt denkt außerdem an ein riesiges mehrgeschossiges Parkhaus mit 1500 Stellplätzen. Das bringt gleich zwei Vorteile. Die angespannte, an Spieltagen oft unerträgliche Parksituation entspannt sich für Anwohner und Gäste. Außerdem könnte man auf die Kleingartenparzellen verzichten, die ursprünglich für großflächige, ebenerdige Parkanlage geopfert werden sollten.

Das Bauamt will mit den Plänen den Standort Holstein-Stadion sichern und stärken. Die Macher sind überzeugt, dass „die Belastungen der Wohnbevölkerung durch Lärm erheblich reduziert und die Stellplatzproblematik (auch) durch eine verbesserte Einbindung des ÖPNV gelöst werden“. Bau-Dezernent Peter Todeskino begründete den Ausbau: „Das Holstein-Stadion besteht seit 1811 mit wechselvoller Geschichte. Holstein Kiel muss eine Zukunftsperspektive haben, das Stadion auszubauen. Andere Nutzungsvorstellungen sind abzuwägen. Daher wird das Wohnbauvorhaben zunächst zurückgestellt, um keine Fakten zu schaffen.“

Ikea: Pläne für den Ausbau sind noch nicht genehmigt

„Wir möchten sehr umfangreich erweitern“: Ikea setzt für sein im Jahr 2002 eröffnetes Kieler Haus auf mehr Verkaufsfläche und verbesserte Lagerkapazitäten.
„Wir möchten sehr umfangreich erweitern“: Ikea setzt für sein im Jahr 2002 eröffnetes Kieler Haus auf mehr Verkaufsfläche und verbesserte Lagerkapazitäten. Foto: Udo Carstens
 

Im Gegensatz zu Holstein Kiel muss die Ikea-Spitze auf das grundsätzliche Ja noch warten. Projekt-Manager Norbert Kopczynski hatte dem Bau-Ausschuss die Erweiterungspläne vorgestellt, die vor wenigen Tagen bekannt geworden waren. So soll das linke Parkdeck aufgestockt werden, dahinter ein Glashaus für Gartenprodukte entstehen, das Warenlager in einem 24 Meter hohen Silo untergebracht werden. Insgesamt will Ikea die Verkaufsfläche an seinem 2002 eröffneten Standort von 17.000 auf 22.000 Quadratmeter vergrößern.

Angesichts der Tragweite räumten sich die Ausschuss-Mitglieder mit einer Vertagung mehr Zeit zur Beratung ein, eine Entscheidung wird erst im März fallen. Allerdings ließen sowohl Andre Wilkens (SPD) als auch Wolfgang Homeyer (CDU) große Sympathie erkennen: „Wir schätzen dieses Einkaufszentrum. Auch als Magnet für Kiel.“ Insgesamt 50 Millionen Euro will Ikea in seine Filiale im Norden stecken. Den größten Teil dieser Summe sollen Firmen vor Ort erhalten, versprach Kopczynski einen Schub für die lokale Wirtschaft. 15 bis 18 Monate soll die Erweiterung dauern. Läuft alles nach Plan, rechnet der Ikea-Manager mit einer Fertigstellung bereits zum Jahresende 2018.

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erstellt am 06.Feb.2016 | 06:02 Uhr

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