Am Samstag gegen Arminia : Holstein Kiel im Aufstiegsfieber: „Bielefeld wird brennen“

Der Tabellenzweite gegen den Ersten - und 25.000 Fans gucken zu. Holsteins Trainer Neitzel spricht von positivem Druck.

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01. Mai 2015, 16:11 Uhr

Kiel/Bielefeld | Es ist ein Fußball-Festtag, wie man ihn als Drittliga-Spieler nur selten erlebt. Wenn Holstein Kiel am Sonnabend (14 Uhr, live im NDR) als Tabellenzweiter auf der Bielefelder Alm aufläuft, geht es nicht nur gegen den Spitzenreiter. „Bielefeld wird brennen“, glaubt Holsteins Trainer Karsten Neitzel. Das 0:4 im Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg und die anschließende emotionale Reaktion der Arminia-Fans werden der Elf von Norbert Meier weiteren Schwung geben. „Körperlich spielt das Spiel vom Mittwoch keine Rolle mehr“, sagt Neitzel. „Aber alle werden heiß auf das Spiel sein. Wenn die gegen uns gewinnen, sind die zu 99 Prozent aufgestiegen.“

Entsprechend werden 25.000 Fans dabei sein, zu haben sind nur noch einige Karten für den Gästeblock – doch auch da werden mit 1500 Kielern so viele erwartet wie in der 3. Liga bislang noch nie. „Das sind doch die Spiele, für die wir Fußballer geworden sind“, freut sich Mittelfeldspieler Maik Kegel auf die bundesligareife Atmosphäre. Kapitän Rafael Kazior fordert: „Wir müssen das genießen. Wir haben da keinen Druck.“

Neitzel sieht das ähnlich. „Natürlich sind wir angespannt“, erklärt er. „Aber anders als letztes Jahr ist das positiver Druck und muss Kräfte freisetzen. Wir müssen einen lockeren Fuß behalten.“ Der 47-Jährige betont: „Wir haben doch nichts zu verlieren, weil wir schon so viel gewonnen haben wie uns keiner zugetraut hätte.“

Die Bielefelder sind nicht nur für den Kieler Coach „die beste Mannschaft der Liga“. Sturmtank Fabian Klos wird Holsteins Youngster Hauke Wahl vor eine große Aufgabe stellen. Auf den Flügeln wollen die erstligaerfahrenen Florian Dick und Sebastian Schuppan Holsteins Flügelstürmer in eine Außenverteidigerrolle zwingen. Fast alle Spieler der Arminia verfügen über Zweitliga-Erfahrung. „Jung und erfahren“, weiß Neitzel. „Da stimmt die Mischung.“

Bei allem Lob für den Gegner wissen die Kieler aber auch um ihre Stärken. Zwar hat Arminia aus den letzten 15 Heimspielen 43 Punkte geholt. Doch Holstein hat von den letzten 25 Spielen nur eines verloren und ist seit September in zwölf Auswärtsspielen in Folge unbesiegt. „Außerdem haben wir das Hinspiel gewonnen“, weiß Neitzel. „Wir haben bewiesen, dass wir Bielefeld schlagen können, auch wenn neben viel Leidenschaft damals auch eine Portion Glück nötig war.“

Um die Aufstellung gibt es keine großen Geheimnisse. Marlon Krause ist wieder völlig fit und wird für Marcel Gebers spielen. Auch Tim Siedschlag soll anstelle von Jaroslaw Lindner beginnen, sodass die Erfolgself der letzten Monate wieder komplett ist. „Wir wollen den Gegner beeindrucken“, fordert Neitzel und wird seinem Team auch auf der Alm ein Angriffspressing verordnen. „Wir dürfen nicht blind anrennen“, warnt er. „Aber ich will schon, dass wir immer mal ein Raunen auf den Rängen hervorrufen.“ Nicht dabei ist neben den Langzeitausfällen Wetter und Sané nur Finn Wirlmann, der im Spiel der A-Jugend gegen Hannover vom Platz flog und gesperrt ist.

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