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Landtagswahl in SH : Hoffnung auf 35 Prozent: SPD und CDU geben sich beide siegesgewiss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In SH steht laut Umfrage ein knappes Rennen bevor. Viele Wähler sind noch unentschlossen. Die großen Parteien beanspruchen beide die Führungsrolle.

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erstellt am 03.Mai.2017 | 13:20 Uhr

Kiel | Noch drei Tage bis zur Landtagswahl. Und eines steht schon jetzt fest: Das Kieler Landeshaus wird am Wahlabend aus allen Nähten platzen. Mehr als 1000 akkreditierte Medienvertreter aus dem In- und Ausland, dazu eine gleich große Zahl Gäste von Fraktionen und Landesregierung werden am Sonntag erwartet. Die einstige kaiserliche Marineakademie werde damit „bis an die Grenzen gefüllt“ sein und bleibe für die Öffentlichkeit geschlossen, teilte ein Landtagssprecher in Kiel mit.

Für SH entscheidet sich am Sonntag der politische Kurs der kommenden Jahre - und das Land sendet gleichzeitig ein Signal in Richtung Bundestagswahl. Mehr  über die Landtagswahl erfahren Sie unter shz.de/landtagswahl.

Die Spitzenkandidaten von SPD und CDU, Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Unionschef Daniel Günther, zogen am Mittwoch eine für ihre Parteien positive Bilanz des Wahlkampfes. Beide Politiker zeigten sich zuversichtlich, als Sieger aus dem Urnengang hervorzugehen. Rund 2,3 Millionen Wahlberechtigte können am 7. Mai entscheiden, wer die künftige Landesregierung in Schleswig-Holstein stellt. Umfragen, die mal die CDU, mal die SPD in Front sahen, signalisieren: Es wird spannend am Sonntag. Klar ist nur: Beide Parteien werden wohl mehr als einen Partner für die Bildung einer Koalitionsmehrheit brauchen – es sei denn, Union und Sozialdemokraten werden vom Wähler in eine große Koalition gezwungen. Ein solches Bündnis gilt im Norden nach dem Bruch der CDU/SPD-Liaison 2009 aber als höchst unbeliebt.

„Wir werden 35 Prozent holen und deutlich vor der Union liegen“, prognostizierte Albig in Kiel. Kaum anders sind die Erwartungen seines Herausforderers Daniel Günther, der als Wahlziel für seine Partei erneut „35 Prozent plus x“ ausgab.

 

Albig will die Koalition mit Grünen und SSW fortsetzen. SPD-Landeschef Ralf Stegner sagte, es gehe „um die Alternative, soziale Gerechtigkeit und Humanität fortzusetzen in einer Regierungskoalition unter Torsten Albig oder eine Alternative zu bekommen“.

Günther kündigte an, „ich will dem Land eine Richtung geben als Ministerpräsident“ und legte ein konkretes Sofortprogramm für die ersten 100 Tage einer CDU-geführten Regierung vor. Danach soll etwa der Lehrerbedarf analysiert und das Abitur nach neun Jahren Gymnasialzeit vorbereitet werden. Eingeführt werden soll G9 aber erst zum Schuljahr 2018/19.

Ziel des CDU-Politikers bleibt eine Koalition mit der FDP. Schnittmengen sieht Günther aber auch mit den Grünen. „So weit sind wir in einigen Punkten gar nicht voneinander entfernt“, sagte er mit Blick auf Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Das trifft jedoch nicht auf die von der CDU gewollte Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer zu. Stegner warf Günther erneut vor, die Kontrolle über die Fakten zu verlieren und unbezahlbare Wahlversprechen zu machen.
 

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