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Wirtschaftsfaktor : Hochschulstandort hat „Riesen-Potenzial“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Uni, FH, IHK, Kunsthochschule und die Stadtverwaltung haben das Ergebnis eines Gutachtens vorgestellt, das dem Hochschulstandort "gute Aussichten" bescheinigt.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 07:18 Uhr

Fünf Partner, ein Ziel: Die Landeshauptstadt Kiel soll als Hochschulstandort wachsen – und dieser auch als Wirtschaftsfaktor für die Region deutlicher wahrgenommen und gestärkt werden. Geht es nach der Stadtverwaltung, der IHK zu Kiel, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), der Fachhochschule (FH) sowie der Muthesius-Kunsthochschule, sollen in Zukunft in einem innovations- und investitionsfreundlichen Klima mehr Hochschulabsolventen bei der Unternehmensgründung gefördert werden.

Um das zu erreichen, haben die fünf Akteure im September 2012 für 90 000 Euro ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es sollte die Bedeutung der Kieler Hochschulen für die Wirtschaft in der Region analysieren sowie Potenziale ausloten. Das Beratungsunternehmen Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH hat die Analyse erstellt. Nun liegt sie vor – auf 150 Seiten.

Gestern präsentierten die Institutionen das Gutachten dem Wirtschaftsausschuss der Stadt und der Öffentlichkeit. Quintessenz aus Sicht der Auftraggeber: „Kiel ist ein dynamischer Wissenschaftsstandort.“ Und: „Die Kieler Hochschulen sind wichtige Arbeitgeber.“ Rund 8300 Arbeitsplätze in der Region seien auf ihre Existenz zurückzuführen, erklärte Professorin Dr. Birgit Friedel, Vize-Präsidentin der CAU. Weitere Zahlen belegen demnach, dass durch Studenten Umsatz in Millionenhöhe geschaffen wird – und auch jeder investierte Euro aus Landesmitteln gut investiertes Geld ist. So bringe jeder durch die Hochschulen investierte Euro der regionalen Wirtschaft 1,60 Euro Umsatz, jeder durch die Landesregierung investierte Euro sogar 2,36 Euro. Im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland seien dies „sehr gute Effekte“, hieß es.

980 Unternehmen der Region wurden zudem befragt, inwieweit sie mit einer Hochschule zusammenarbeiten. 8,4 Prozent von ihnen haben das bejaht, zwölf Prozent sehen darin eine Möglichkeit. „Das ist ein Riesen-Potenzial“, sagte Dr. Friedel, „warum wird es also nicht ausgeschöpft?“ Ihre Antwort darauf: „Es gibt noch zu viele Berührungsängste.“ Da müsse es bessere Angebote seitens der Uni geben. Mit der FH sei die Kooperation übrigens als besser bewertet worden. „Vielleicht, weil wir praxisnaher forschen“, sagte Professor Dr. Udo Beer, Präsident der FH Kiel.

Insgesamt bescheinigen die Kölner Gutachter dem Standort Kiel „sehr gute Zukunftsaussichten“. Wichtig sei es aber, die Gründungskultur zu verbessern. Das Gutachten ist das erste Projekt, das in einem gemeinsamen Ausschuss entstanden ist. Der Ausschuss wurde von den fünf Akteuren vor zwei Jahren gegründet, um im Wettbewerb der Hochschulstandorte an einem Strang zu ziehen. „Eine innovative und kreative Stadt ist eines unserer strategischen Ziele“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) gestern. Ohne die Hochschulen sei dies nicht denkbar.

Auch als Ergebnis des Gutachtens wollte IHK-Hauptgeschäftsführer Jörn Biel die Schaffung einer Vollzeitstelle wissen, die ausgeschrieben werden soll. „Explizit soll es um die Unterstützung für Hochschulausgründungen gehen“, sagte Biel. Bislang seien Hochschulabsolventen in der Existenzgründungs-Beratungunterrepräsentiert. Auch an der Kieler Uni ist nach Angaben von Dr. Birgit Friedel Anfang der Woche eine Stelle mit demselben Profil ausgeschrieben worden. Im Frühjahr soll es zudem ein gemeinsames Projektmanagement der fünf Partner mit ersten Maßnahmen geben.

 

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