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Nikolaikirche : Historische Urkunde von 1486 ist zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit mindestens 144 Jahren war es verschollen, jetzt kehrte ein besonderes historisches Schriftstück zurück ins Kieler Stadtarchiv: Die Urkunde von 1486 dokumentiert ein Stück Geschichte der Nikolaikirche.

Jürgen Ostwald, Kunsthistoriker der Fielmann AG und gebürtiger Kieler, hatte das wertvolle Schriftstück im Katalog eines Berliner Auktionshauses entdeckt. Ostwald, einst selbst in der Nikolaikirche konfirmiert, ersteigerte das Pergament aus dem 15. Jahrhundert schließlich für einen Betrag im vierstelligen Bereich. Fielmann schenkte das alte Schriftstück gestern dem dem Kieler Stadtarchiv.

Nachweislich zuletzt hatte der legendäre Asmus Bremer um 1710 die Urkunde in der Hand, er schrieb sie für seine Chronik ab. 1872, als der Kieler Historiker Paul Hasse die Urkunden im Stadtarchiv sichtete, war sie nicht mehr vorhanden. Im Dokument berichtet der Kirchenvorsteher der Nikolaikirche im 15. Jahrhundert Königin Dorothea von Dänemark, dass die Kirche mit Turm, Uhr und Glocken bei einem Unwetter – vermutlich durch Blitzschlag – schwer beschädigt wurde. Am 25. Juli 1486 ließ die Königin, Witwe des dänischen Königs Christian I., die als Vormund ihres Sohnes Friedrich die Herzogtümer Holstein und Schleswig regierte, die Urkunde auf Schloss Gottorf in mittelniederdeutscher Sprache ausstellen. Sie verlieh den Kirchenvorstehern und den Einwohnern Kiels das Recht, Almosen für den Wiederaufbau der Kirche zu sammeln.

Die Urkunde, die bereits in Lübeck restauriert wurde, übergaben Jürgen Ostwald und Kerstin Lemke, die stellvertretende Leiterin der Kieler Fielmann-Filiale, gestern vor der ältesten Glocke von 1722 an Stadtarchivar Johannes Rosenplänter und Pastor Matthias Wünsche in der Glockenstube im Turm der Nikolaikirche. Laut Rosenplänter wird die Urkunde der Öffentlichkeit in der Ausstellung zum 775. Stadtjubiläum präsentiert: ab 22. Juli im Warleberger Hof.

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erstellt am 14.Feb.2017 | 18:09 Uhr

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