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Es wird immer enger : Hinter der Mauer lauert die Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

So einfach geht es nicht nicht. Um die gefährliche Zone auf dem Ernst-Busch-Platz neben der bekannten Hörnbrücke zu entschärfen, muss sich die Stadt mit dem Land abstimmen. Deshalb hat sie jetzt zu einer Zwischenlösung gegriffen – die aber mutet an wie ein Schildbürgerstreich.

Viele Passanten und Radfahrer rätseln: Welchen Zweck erfüllt eigentlich die Mauer am Ernst-Busch-Platz auf dem Kieler Ostufer in Sichtweite der Hörnbrücke? Sie erschwert nämlich insbesondere den Radlern die Sicht, wenn sie Richtung Brücke und Bahnhof um die Kurve rollen. Beinahe-Unfälle sind an der Tagesordnung. Der Stadt ist dieses Problem bekannt. Sie feilt seit geraumer Zeit an einem Konzept, den Bereich zu entschärfen. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Doch für die Zwischenzeit haben die Stadtplaner mitten in dieser Problemzone Fahrradständer aufstellen lassen – damit aber wird die Situation nur noch brenzliger.

Denn die Radler finden am Gaardener Ring gutes Gefälle vor. Sie wollen den Schwung natürlich gerne mitnehmen – kleine Kinder oder Touristen mit Rollkoffern, die urplötzlich hinter der Mauer auftauchen, sind nicht eingeplant. Die Mauer sollte den motorisierten Verkehr und die Passanten auf dem autofreien Ernst-Busch-Platz auch optisch trennen. Als Sichtschutz sollte sie dienen, so stellten es sich die Verantwortlichen am 28. Oktober 2008 vor, als das schmucke Gelände am Germaniahafen offiziell eingeweiht wurde.

Der damalige „Wasserplatz“ wurde drei Jahre später zum Ernst-Busch-Platz umbenannt. Oberbürgermeister Torsten Albig und der Gaardener Ortsbeiratsvorsitzende Bruno Levtzow enthüllten die Schilder zu Ehren des aus Kiel stammenden Arbeiters, Schauspielers und Sängers. Heute wird das Nadelöhr neben der grauen Mauer durchweg von allen Verantwortlichen als Gefahrenzone eingestuft.

„Die Gefahr der Sichtbehinderung war den Architekten und Planern wohl nicht bewusst, obwohl klar war, dass Radfahrer, Rollifahrer, Blinde und Menschen mit Kinderwagen einander an dieser Stelle begegnen“, heißt es von Seiten der Stadt als Entschuldigung für die missliche Lage. Hinter der Mauer wird der Ernst-Busch-Platz mit seinem schönen Blick auf die Hörn gerne aufgesucht – von Anwohnern ebenso wie von Touristen, die etwa mit der Norwegenfähre anlanden. Vor allem im Sommer machen sie es sich auf Bänken, Stühlen oder auf den Treppenstufen bequem.

„Über einen Teilrückbau der Mauer stimmt sich das Stadtplanungsamt seit einiger Zeit mit dem Land ab“, erklärte gestern das städtische Presseamt. Die Stadt kann nicht autonom entscheiden, weil beträchtliche Mittel aus der Städtebauförderung in den Ernst-Busch-Platz geflossen sind. Die Gestaltung des Platzes nach den Vorgaben des dänischen Büros Isager & Stærmose (es hat das gesamte Hörn-Areal entworfen) kostete rund 1,3 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt lag bei rund 530  000 Euro. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Ergebnisse auf sich warten lassen. Angaben über Ausmaß des Umbaus, über Zeiträume und Kosten stehen aus. Die Stadt: „Dazu kann noch nichts gesagt werden.“  

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