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Kiel

17. Dezember 2017 | 21:00 Uhr

Hinhalten am Flaschenhals

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 26.Aug.2014 | 17:33 Uhr

Verkehrspolitiker ticken zuweilen recht seltsam – wie beim Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark. Mit dem 2008 unterzeichneten Kontrakt ist der Bau der Fehmarnbeltquerung fest verabredet. Bundesverkehrsminister war damals Wolfgang Tiefensee. Der Minister wollte unter allem Umständen die mit dem Projekt auf die Bundesrepublik zu

rollenden Kosten drücken – könnte ja sein, Abgeordnete im Bundestag oder der ganz einfache Bürger erschrickt bei den

Summen, die da in Rede stehen. Also ordnete Tiefensee an, den schon damals absehbaren Ersatz für eine Querung des Fehmarnsunds einfach auszublenden und das Projekt schönzurechnen. So lügt man sich und der Öffentlichkeit vorsätzlich in die eigene Tasche. Und das Spiel setzten Amtsnachfolger, ja selbst der als

Verkehrsminister in Kiel geschulte

Peer Steinbrück als späterer Bundesfinanzminister munter fort. Man muss kein Experte sein, um zu begreifen, dass eine 50 Jahre alte, windanfällige, zweispurige Brücke, über die zwar Personenzüge, nicht aber Güterzüge rollen können, nicht kompatibel sein kann mit einem Belttunnel. Der kommt auf vier Spuren und zwei Gleisen daher. Während nun in Dänemark die Bagger anrollen, wird hierzulande weiter untersucht, werden Gutachter beschäftigt, die auch viel Geld kosten. Nur im Bundesverkehrswegeplan hat ein Ersatzbauwerk für die liebevoll „Kleiderbügel“ genannte Fehmarnsundbrücke noch immer keinen Stellenwert. Hinhalten am Flaschenhals Fehmarnsund wird nicht funktionieren. Es sei den, der Bund will die Republik blamieren.

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