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Mini-Wohnungen : Hier sammelt sich sozialer Sprengstoff

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das überbelegte Wohnhaus am Kirchenweg ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Jahren schon warnt der Ortsbeirat Gaarden vor einer Entwicklung, die aus geräumigen Wohnungen kleine Ein-Zimmer-Appartments macht.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2015 | 18:47 Uhr

Der Streit um das nach Ansicht der Stadt überbelegte Wohnhaus am Kirchenweg in Gaarden wird wohl demnächst die Gerichte beschäftigen. Die Verantwortlichen hatten dem Vermieter Frist bis Mitte September gesetzt, die Zahl der Mieter kräftig zu verringern. Doch dieser Sofortvollzug ist ausgesetzt, der Vermieter hatte offiziell Widerspruch eingelegt. Die Stadt wollte erreichen, dass in dem Haus – in dem angeblich 140 Personen untergekommen sind – nur 40 Kinder, Frauen und Männer Mietrecht erhalten. Von dieser Zahl ist man allerdings wieder abgerückt. Man habe den Eigentümer gebeten, seine Vorstellungen über die Zahl der Mieter vorzulegen. Doch ein Gespräch sei bisher nicht zustandegekommen. Insbesondere Sicherheit und Brandschutz werde man wohl künftig mit rechtlichen Mitteln durchsetzen müssen.

Der Gaardener Ortsbeiratsvorsitzende Bruno Levtzow sieht im aktuellen Fall nur die Spitze des Eisbergs. Seit vielen Jahren schon beklage der Beirat die beengten Wohnverhältnisse in einigen Ostufer-Quartieren. Levtzow missfällt insbesondere die Umwandlung bestehender Groß-Wohnungen in einzelne Räume, die dann getrennt vermietet werden und in der Summe dem Vermieter höhere Einnahmen versprechen. Bislang vergeblich hat der Ortsbeirat nach den Worten von Levtzow von den zuständigen Behörden verlangt, diese unheilvolle Entwicklung zu stoppen. Es gebe allein in Gaarden etliche Gebäude mit stark aufgesplittetem Wohnraum. Dort seien dann meist Hartz-IV-Empfänger in die Ein-Zimmer-Wohnungen eingezogen. Levtzow blickt skeptisch in die Zukunft: „Das ist sozialer Sprengstoff.“

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