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Heute Vorführung und Basar beim Modelleisenbahnclub

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Früher stand sie bei fast jedem Jungen auf dem Wunschzettel an erster Stelle, heute ist sie wohl meist durch Smartphone oder Playstation abgelöst – die Modelleisenbahn. Aber es gibt sie noch, die Modellbahner. Zum Beispiel in dem 1957 gegründeten Modelleisenbahnclub Kiel, der seit 1986 in einem von der Post angemieteten Gebäude in der Pestalozzistraße beheimatet ist. Neben einer transportablen Anlage der Spur N (Maßstab 1:160), die für Präsentationen auf Ausstellungen genutzt wird, kann man sich im Vereinsheim durch eine rund 150 Quadratmeter große Anlage der Spur H0 (1:87) mit etwa 1000 Metern Gleislänge, 250 Weicheneinheiten, zahllosen Häusern, Industrieanlagen, Hunderten von Figuren sowie einer Mittelgebirgslandschaft verzaubern lassen.

Die Anlage, die die Epoche III – den Zeitraum zwischen 1945 und 1970 – widerspiegelt, bietet dem Betrachter nicht nur ausgefeilte Modellbahntechnik, auch auf das „Drumherum“ wurde viel Wert gelegt. „Für die Stadthäuser haben wir vielfach zwei identische Bausätze verwendet, um die Häuser um einige Stockwerke zu erhöhen, damit sie realistischer wirken“, sagt Ernst-Joachim Gauger, der seit rund 40 Jahren Mitglied ist. Auch kleine Szenen am Rande, wie die beiden hüllenlosen Badenixen an einem Fluss, die von einem Fotografen am gegenüberliegenden Ufer „aufs Korn“ genommen werden oder die Hochzeitsgesellschaft vor dem Hotel „Arosa“, dürfen natürlich nicht fehlen. Etwas Kiel-spezifisches gibt es auch zu entdecken: Das ehemalige Kohlegaswerk in der Wik lebt auf der Anlage weiter. „Ursprünglich hatten wir auch den Nachbau des Kieler Hauptbahnhofs mit seinen Anlagen geplant. Ein Kopfbahnhof ist aber vom Aufwand und Platzbedarf zu umfangreich, sodass wir die Pläne wieder verworfen haben“, sagte Vereinsgeschäftsführer Jürgen Mißfeldt.

75 Personen- und Güterzüge fahren durch eine Fantasielandschaft. Damit die Besucher nicht immer die gleichen Züge zu sehen bekommen, wird die Anlage durch einen für den Zuschauer unsichtbaren Schattenbahnhof mit 100 Gleisen auf drei Ebenen gespeist, in dem Züge „verschwinden“ und andere auf ihren Einsatz warten. Gesteuert wird die Anlage von Fahrdienstleitern über Gleisbild-Stellwerke, wobei Computer die Betriebsabläufe überwachen und sichern.

Die öffentlichen Vorführungen – wie heute – sind seit Ende der 1950er Jahre in der Weihnachtszeit üblich.„Früher kamen an den Vorführwochenenden so viele Leute, da konnte keiner umkippen, so voll war es hier“, denkt Ernst-Joachim Gauger wehmütig zurück. Heute seien es nur noch 20 Prozent. ebenso der Mangel an Vereinsmitgliedern: Zurzeit gibt es 40 Mitglieder, überwiegend älteren Semesters. Aber vielleicht ändert sich das ja nach den diesjährigen Vorführungen, bei denen diesmal auch in einer zusätzlichen Ausstellung etliche Modelle des ehemaligen Jobcenter-Projekts „Historisches Kiel“, (wir berichteten) zu bestaunen sind. Zudem werden auf einem Basar Modellbahnartikel vieler Spurweiten angeboten und für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Vielleicht steht bei dem ein oder anderen Jungen im kommenden Jahr die Modellbahn dann doch wieder ganz oben auf dem Wunschzettel.

Vorführungen: Heute, 7.Dezember, 14.12., 4.1., 11.1., 18.1. jeweils 13 bis 18 Uhr und an den Sonntagen 8.12., 15.12., 5.1., 12.1., 19.1. jeweils 10 bis 17 Uhr. Infos: www.mec-kiel.de


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