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ARD-Sendng „Wo bist du?“ : Heute im TV: Kai Pflaume sucht Florian Krüger aus Bordesholm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Florian Krüger ist seit vier Jahren verschwunden. Im Fernsehstudio hofft seine Mutter am Montagabend auf Hinweise.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 15:24 Uhr

Bordesholm | Es ist ein mysteriöser Fall. Vor vier Jahren, in der Nacht vom 25. auf den 26. November 2011, ist der 21-jährige Florian Krüger verschwunden. Die Polizei ging von einem Selbstmord aus: Florian könnte aus Liebeskummer in den Kanal gesprungen sein. Sein Auto stand frühmorgens um 2 Uhr mit laufendem Motor auf der Holtenauer Hochbrücke in Kiel.

Die Holtenauer Hochbrücke in Kiel.
Die Holtenauer Hochbrücke in Kiel. Foto: Imago/Ilva Vadone

Allerdings: Eine Leiche wurde nie gefunden – und es gibt Aussagen von Zeugen, die den jungen Mann später lebend gesehen haben wollen. Jetzt greift die ARD den Fall noch einmal auf. „Wo bist Du?“ heißt die Sendung, die Kai Pflaume am Montagabend um 20.15 Uhr moderieren wird. Florians Mutter Marion Krüger und der Kieler Oberkommissar Udo Koslowski sind im Studio.

In Schleswig-Holstein gelten mehrere hundert Menschen als vermisst. Ungefähr die Hälfte davon als langzeitvermisst. Ein Grundsatz der Polizei ist: Eine Suche wird nie eingestellt. Hintergründe finden Sie hier.

Am Montag ist Premiere für die Sendung, die ein wenig an „Aktenzeichen XY . . .“ im ZDF erinnert und sich ebenfalls mit mehreren Fällen beschäftigt. Zuschauer können direkt im Studio anrufen und den Ermittlern Hinweise geben. „Ich bin fürchterlich aufgeregt“, sagt Marion Krüger, die endlich Gewissheit über das Schicksal ihres Sohnes haben möchte. „Am liebsten würde ich ihn natürlich in die Arme nehmen.“ 

Koslowski und sein Team beschäftigen sich seit 2013 mit Verschwundenen. Sie haben auch die zehn „Langzeit-Vermissten-Fälle“ neu aufgerollt, die sich seit 1990 im Kieler Raum angesammelt haben. Zu ihnen gehört Florian Krüger. Die Experten rätseln über sein Schicksal, sie haben, wie es so schön heißt, „in alle Richtungen ermittelt“. Ausschließen kann Koslowski bislang nur ein Fremdverschulden. Genauer: „Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.“

TV-Moderator Kai Pflaume.
TV-Moderator Kai Pflaume. Foto: Imago/Spöttel Picture

Anzeichen für einen Suizid sind dagegen vorhanden. Eine letzte SMS auf seinem Handy trägt den Text: „Kevin hat Schluss gemacht. Für mich hat das Leben keinen Sinn mehr.“ Von der Homosexualität wusste die Mutter bereits seit Jahren, dem (getrennt lebenden) Vater hatte es Florian bislang verschwiegen.

Koslowski meldet jedoch Zweifel an der früheren Liebeskummer-These an: „Mit Kevin hat sich Florian öfter gestritten. Es war nicht die erste Trennung.“ Außerdem liegt der Kripo eine Aussage aus Oberhausen vor – danach soll Florian im Ruhrgebiet unterwegs gewesen sein. Und nach dem bundesweiten Fahndungsaufruf hatten sich überall mutmaßliche Zeugen gemeldet.

Das Ermittler-Team geht zurzeit von insgesamt vier Personen aus, die in den letzten Jahren von der Hochbrücke in den Tod gesprungen sein könnten, ohne dass ihr Körper wieder ausgetaucht wäre. Koslowski hat deshalb wiederholt Taucher in den Kanal geschickt, die insbesondere den Bereich zwischen Hochbrücke und Schleuse durchsuchten. Bislang ohne Erfolg: keine Knochenreste oder auffällige Kleidungsstücke, die man zuordnen könnte.


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