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Kiel

21. Oktober 2017 | 10:52 Uhr

Herz-OP mit modernster Technik

vom

Erster Hybrid-Operationssaal am UKSH in Kiel eingeweiht / Präzise Diagnosen, schnelle Eingriffe / 5,4 Millionen Euro investiert

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Er klingt nicht nur futuristisch, er sieht auch so aus: Der erste Hybrid-Operationssaal des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Seit zehn Tagen werden dort bereits Eingriffe vorgenommen, offiziell eingeweiht wurde er aber erst gestern Abend. Joß Giese, OP-Manager am UKSH, blickt auf einen positiven Start zurück: "Wir haben Trockenübungen und Testläufe gemacht, bei denen kein Risiko bestand, um die Technik zu überprüfen. Nach ersten Operationen mit nur geringem Technik-Einsatz wurde der Schwierigkeitsgrad dann bis hin zum vollen Programm erhöht. Alles funktioniert einwandfrei."

Der Hybrid-OP ist eine Kombination eines komplett ausgestatteten herzchirurgischen Operationssaals mit einer vollwertigen Herzkatheteranlage. Sie soll die Eingriffe für die Ärzte in Zukunft leichter machen, ihnen eine noch höhere Präzision erlauben. Der OP ist ausgestattet mit moderner Medizintechnik, wurde nach Angaben von UKSH-Sprecher Oliver Grieve im Team auch mit Ärzten und Pflegepersonal entwickelt. Der Saal verfügt über mehrere moderne bildgebende Diagnosegeräte: eine 3-D-Angiographie, -EKG- und -Röntgenanlage sowie eine Herzkatheter-Filmdarstellung und einen röntgenfähigen Operationstisch.

Es ist wahrlich kein Raum zum Wohlfühlen - heruntergekühlt, um die Gefäße der Patienten während des Eingriffs zu schonen. Funktional und voll mit komplexer Technik. Aber schließlich sollen hier Spezialisten unter optimalen Bedingungen schwerkranke Patienten operieren. Die neue Technik macht auch weniger invasive Verfahren möglich, wird zum Beispiel bei Implantationen von Herzklappen, bei Operationen am schlagenden Herzen (ohne Herz-Lungenmaschine), bei der Therapie von Erweiterungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) mittels Stent sowie bei einer Vielzahl von weiteren Herz- oder Gefäßerkrankungen eingesetzt.

Sichtlich zufrieden ist mit dem großzügig gestalteten OP ist auch Prof. Dr. Jochen Cremer, Spezialist am UKSH für Herz- und Gefäßchirurgie: "Wir sind glücklich, dass der Saal so gestaltet und ausgestattet ist. Wir können jetzt auf einen exzellenten Gerätestandard zugreifen und OP-Konzepte anbieten, bei denen man zuvor Kompromisse machen oder die Prozeduren nacheinander durchführen musste." Der Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Prof. Norbert Frey, betont: "Wir bewegen uns wie in einer Herzkatheteranlage, haben dabei aber die Sicherheit eines OP. Das ist definitiv ein großer Sprung nach vorne." So können die Ärzte unter anderem schneller bei Komplikationen reagieren, ohne den Patienten dafür in einen anderen Raum verlegen zu müssen.

Die OP-Einheit ist inklusive Nebenräumen 245 Quadratmeter groß. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 5,4 Millionen Euro - vier Millionen für die 13 Monate dauernden Bauarbeiten und 1,4 Millionen für die Geräte. Bauherr der kreditfinanzierten Maßnahme ist das UKSH, die Ausführung übernahm die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH).

Zur offiziellen Schlüsselübergabe waren gestern neben UKSH-Vorstand Jens Scholz und den Herzspezialisten auch GMSH-Geschäftsführer Hans-Adolf Bilzhause sowie Dr. Markus Siggelkow, Leiter des Universitären Gefäßzentrums Nord (Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie) und Waltraud Wende erschienen. Die Kieler Wissenschaftsministerin (parteilos) lobte den Schritt in die Zukunft: "Was heute in Forschung und Lehre investiert wird, kann und wird sich morgen auszahlen. Es entstehen neue Diagnoseverfahren, es gibt verbesserte Therapieansätze und eben neue OP-Methoden. Und der neue Hybrid-OP wird auf diesem Weg ein Meilenstein sein."

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