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Wohnungsbau : Haus & Grund streitet wieder mit der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Jahresende war es die Entscheidung der Ratsversammlung zugunsten einer Mietpreisbremse. Jetzt klagt Haus & Grund erneut über die Stadt. Der Verband hat den Verdacht, dass Kiel eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen könnte.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 19:05 Uhr

Spitzt sich der Streit zwischen dem Eigentümerverband Haus & Grund und der Stadt Kiel zu? Zum zweiten Mal in wenigen Wochen hat gestern H&G-Geschäftsführer Sönke Bergemann Klage geführt und indirekt mit der Aufkündigung des „Masterplans Wohnen“ gedroht. Stadtrat Gerwin Stöcken wiederum kritisierte die „unnötige Schärfe“ und bemühte sich um Entspannung. Er sieht überhaupt keinen Grund, sich mit der privaten Wohnungswirtschaft anzulegen.

Ende 2015 war das Plädoyer der Ratsversammlung für eine Mietpreisbremse an der Förde bei H&G übel aufgestoßen. Und im aktuellen Fall befürchtet der Verband, dass Kiel heimlich eine neue Wohnungsbaugesellschaft à la KWG gründen wolle. Die einstmals städtische Gesellschaft war zur Jahrtausendwende privatisiert worden.

„Zunehmend enttäuscht“ zeigte sich Bergemann von entsprechenden Äußerungen von Wohnungsbaudezernent Stöcken. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft wäre ein weiterer Schlag gegen die Investitionsbereitschaft privater Eigentümer – und zudem „kontraproduktiv zum Masterplan Wohnen“. Dieses Programm, das den Wohnungsbau ankurbeln soll, sei von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer selbst auf den Weg gebracht worden. Für Bergemann ist es falsch, nur auf „bezahlbaren Wohnraum“ zu setzen, wie es die Stadt anstrebe. Denn es sei klar, dass „jeder Neubezug, auch der einer sogenannten Luxuswohnung“ andernorts eine preiswertere Wohnung frei nache.

Stöcken wiederum zeigte sich verwundert über die neue H&G-Spitze. Man habe die Wohnungsbau-Unternehmen angesprochen, sei aber auf kein großes Interesse gestoßen: „Bisher sind alle zurückhaltend.“ Der Stadtrat verfolgt das Ziel, in den nächsten etwa 1800 preiswerte Wohnungen zu schaffen. Zu einem Brutto-Quadratmeterpreis von 7 Euro, „damit die Menschen es sich leisten können“. Den Neubau von 200 dieser Wohnungen strebt Stöcken bereits für dieses Jahr an.

Denn nach seinen Worten drängt die Zeit. Die Lage an der Förde werde durch die Flüchtlingssituation noch verschärft, doch es gebe allein in Kiel schätzungsweise 450 Menschen ohne eigenes Dach über dem Kopf. Sie sind untergekommen bei Freunden und Verwandten. Ohne den Bau der Billig-Wohnungen haben sie laut Stöcken keine Chance, überhaupt je wieder eine Wohnung zu mieten.

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