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Prozess : Haft für Versicherungsagenten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zweieinhalb Jahre Haft für Roland K., wegen gewerbsmäßiger Untreue. Auch mit den mit Rockern der „Hells Angels“ soll krumme Geschäfte gemacht haben. Der Grund für die fingierten Schadensfälle sei ursprünglich seine finanzielle Notlage gewesen.

Das System der Versicherungen, Kleinschäden selbst zu regulieren, baut auf Vertrauen zu ihren Mitarbeitern. Roland K. (44) nutzte dieses Vertrauen gleich bei mehreren Arbeitgebern aus, um seine finanzielle Situation aufzubessern – und die der „Hells Angels“.

Gestern wurde der Versicherungsagent und Familienvater aus Kiel vor dem Landgericht zu zweieinhalb Jahren Haft wegen gewerbsmäßiger Untreue in 54 Fällen verurteilt. Außerdem muss er fast 40 000 Euro Schadensersatz an die Aachen-Münchner-Versicherung zahlen – nur einer seiner früheren Arbeitgeber. Angeklagt waren ursprünglich 89 Fälle im Zeitraum zwischen 2007 und 2012 mit einer Gesamtschadenssumme von rund 80 000 Euro. Doch in vielen Fällen, so die Vorsitzende Richterin, reichten trotz großer Zweifel letztlich die Indizien nicht für eine Verurteilung aus. In mehreren Fällen (angeklagt waren 34) soll Roland K. krumme Geschäfte mit den „Hells Angels“ gemacht haben. Der Kassenwart des Vereins, er wohtn in unmittelbarer Nachbarschaft zum Versicherungsagenten, soll sich als Tippgeber erwiesen haben. Erlöse aus Schäden, die angeblich einzelnen Vereinsmitgliedern entstanden sind, wurden geteilt zwiscehn dem Angeklagten, dem Kassenwart und dem Geschädigten. Auch in die Vereinskasse soll etwas geflossen sein. Nachweise dafür wurden bei der Großrazzia im Mai 2012 nach dem Vereinsverbot beim Kassenwart der Rocker gefunden. Außerdem konnte das Gericht Zahlungsein- und Ausgänge auf den Konten des Angeklagten nachvollziehen. Auffällig auch die Art der Schäden, wie die Vorsitzende Richterin angab: „Häufig handelte es sich um Steinschläge, Wildunfälle oder Schäden, die brennende Kerzen oder umgefallene Petrolleumlampen, Suppenschüsseln oder Rotweingläser verursacht haben.“

Der Angeklagte selbst hatte während der Verhandlung zehn Taten mit einer Schadenssumme von rund 7000 Euro eingeräumt. Er folgte gestern der knapp zweieinhalb stündigen Urteilsverkündung mit ruhigem Blick zur Richterin. Sein Anwalt will „jetzt ersteinmal Ruhe“ und überlegen, ob sie Revision einlegen.

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erstellt am 25.Feb.2014 | 05:03 Uhr

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