Gutsherrliche Arroganz

margret kiosz

shz.de von
23. November 2016, 16:06 Uhr

Es sind nicht immer nur garstige, egoistische Senioren, die gegen Kitas und Spielplätze in unmittelbarer Nachbarschaft klagen. Offenbar tragen starrsinnige Ministerialbeamte mindestens ebenso viel zum Bild eines kinderfeindlichen Schleswig-Holsteins bei wie die ruhebedürftigen Alten. Nur dass Letztere – sofern sie sich öffentlich äußern – in den Medien schnell an den Pranger gestellt werden. Behörden hingegen können sich unbeschadet mit

Natur- und Landschaftsschutz herausreden. In gutsherrlicher Arroganz pochen sie bei Waldkindergärten auf den Buchstaben des Gesetzes und nutzen Ermessensspielräume nicht aus.

Die Frage ist doch, warum klappt bei uns nicht, was in Baden-Württemberg und Bayern per Federstrich der Ressortchefs möglich ist: eine Ausnahmeregelung für Waldkitas? Wollen Innenminister Studt und Umweltminister Habeck nicht in einer für sie absehbar desaströsen Diskussion über den Wert „störender“ Kinder sowie „naturverträglicher“ Biogasanlagen und Schafställe Schaden nehmen, sollten sie schnellstens einlenken und ihre rot-grüne Verbotsideologie überdenken. Die Sorge, dass unsere Landschaft demnächst nicht nur durch Windmühlen, sondern auch durch immer mehr Waldkitas verschandelt wird, ist unbegründet. So viele Kinder gibt es im Norden gar nicht!

Etwas mehr Großzügigkeit ist auch aus fiskalischer Sicht sinnvoll. Das Spielen unterm Blätterdach ist allemal kostengünstiger als unterm Ziegeldach.

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