zur Navigation springen

Günther will Ende des „Wegwerfstroms“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU-Spitzenkandidat fordert Verlängerung des Windkraft-Moratoriums

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther will im Fall eines Wahlsiegs am 7. Mai weitere Korrekturen beim Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein durchsetzen. Ziel müsse es sein, den zwischen Nord- und Ostsee produzierten Überschussstrom binnen fünf Jahren „auf Null zu bringen“, sagte Günther im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu solle das bereits bis September 2018 geltende Moratorium für den Neubau von Windkraftanlagen bis Sommer 2019 verlängert werden. Ziel müsse es sein, den Ausbau der Netze „endlich mit dem Zubau von Windkraftanlagen und dem tatsächlichen Verbrauch zu synchronisieren.“

Es mache keinen Sinn, Jahr für Jahr „Wegwerfstrom“ im Wert von bis zu 300 Millionen Euro zu produzieren, weil der Netzausbau nicht vorankomme, sagte Günther. Weil mit der Fertigstellung des Südlinks, der regenerativen Strom über die Elbe in die Ballungsgebiete abtransportieren soll, nicht vor 2025 zu rechnen sei, werde der „volkswirtschaftliche Unsinn mit dem Bau weiterer Windkraftanlagen nur noch zunehmen“. Für das laufende Jahr rechneten Experten mit Kosten für nicht genutzten Strom von 500 Millionen Euro. Angesichts solcher Größenordnungen müsse endlich nicht nur über die Sinnhaftigkeit von planwirtschaftlichen Ausbauzielen nachgedacht werden – „die Politik muss auch handeln“.

Dazu gehöre auch, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den produzierten Strom auch zu nutzen, sagte die für Energiefragen in Günthers Kompetenzteam zuständige Friederike Kampschulte. Dies sei möglich durch den Bau von Speichern, durch energieintensive Unternehmen sowie Elektro- oder Wasserstofftankstellen. Um auf diesem Weg voran zu kommen, müssten vorhandene Förderprogramme „umgekrempelt“ werden.

Nach den von der Landesregierung beschlossenen Regionalplänen sind 1,98 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen. Davon soll es mehr als 350 geben. Die Zahl der Windräder soll bis 2025 von fast 3100 auf 3600 steigen. Die Gesamtleistung soll auf zehn Gigawatt steigen. Günther bekräftigte zugleich seine Kritik an dem Vorhaben, dass die Zahl der Windräder an den windstarken Regionen an der Westküste sinken solle, im Binnenland aber steigen soll.

Von den derzeit bestehenden rund 3060 Anlagen liegen etwa 1300 Anlagen außerhalb der künftigen Windflächen. Für diese Anlagen gilt nur bis zum Ende ihrer technischen Lebenserwartung Bestandsschutz. Danach müssen sie abgebaut werden. Allein westlich der B  5 bedeute dies das Aus für 350 Anlagen.

„Das versteht kein Mensch“, sagte Günther und verwies auf Kritik von Branchenverbänden, die ein Recht auf Repowering für bestehende Windräder außerhalb der geplanten Windflächen forderten. Dies werde jedoch nach den Plänen der Landesregierung auf etwa zwei Dritteln der Flächen nicht möglich sein. Stattdessen würden nun Vorrangflächen in Gemeinden ausgewiesen, für die keinerlei Akzeptanz bestehe. Günther warf der Regierung von Ministerpräsident Torsten Albig deshalb vor, die ohnehin schwindende Akzeptanz für neue Windräder zu gefährden.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Apr.2017 | 12:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen