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Grünes Licht für Wohnkomplex in Innenhöfen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Initiative am Blücherplatz kämpft jetzt für kleineren Bau

Wie kann neuer Wohnraum mitten in der Stadt aussehen? Was für die Anwohner der Nettelbeckstraße, Blücherstraße, Hardenbergstraße und Holtenauer Straße im Kieler Stadtteil Blücherplatz noch für Unmut sorgt, ist im Bauausschuss nun entschieden worden. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan für den Innenblock wurde bei Enthaltung der CDU und der Piraten genehmigt. Dass die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden, wurde durch einen Ergänzungsantrag von SPD und Grünen gesichert. Forderungen von FDP und Piraten, den Bebauungsplan zugunsten eines von der Landeshauptstadt moderierten Dialogs zwischen der Bürgerinitiative „Blücherdialog – Rettet die Innenhöfe“ und den Investoren aufzuschieben, wurde abgelehnt.

„Man darf nicht glauben, dass es bei einer höheren Beteiligung auch immer zu einer Befriedigung kommt“, so Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne). Er betonte, dass nicht alle Spannungen aufgelöst werden können: „Der Souverän der Stadt muss den Mut haben, Entscheidungen auch gegen Interessen der Betroffenen zu treffen.“ Sechs ergänzende Punkte sollen die Interessen der Anwohner schützen. Bei Ablehnung der CDU und Enthaltung der Piraten wurde beschlossen, dass für die jetzige Planung der Investoren ein maßstabsgerechtes Modell vorgelegt werden muss, das die auftretenden Schatten für die Wohnungen zu verschiedenen Jahres- und Uhrzeiten darstellt. Um verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung auszuloten, soll unter Beteiligung der Anwohner eine Architekten-Mehrfachbeauftragung vorgenommen werden, um alternative städtebauliche Entwürfe zu bekommen. Laut Wolfgang Homeyer (CDU) handelt es sich bei diesem Zusatz um Auflagen, die ohnehin von den Investoren umgesetzt würden. Da mit dem Bebauungsplan noch nichts entschieden sei und die Diskussion mit den Bürgern auch ohne diesen Zusatz möglich bleibe, wende man sich dagegen.

Fünf weitere ergänzende Punkte wurden bei Enthaltung der Piraten beschlossen. So soll bei der Planung der Höhe der Neubauten berücksichtigt werden, dass die Gebäude der Nettelbeckstraße niedriger sind als jene der Hardenbergstraße. Außerdem sollen die Abstände der Neubauten zur vorhandenen Bebauung größer sein als das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß. In Sachen Tiefgaragenstellplätze wurde entschieden, dass die Anzahl möglichst nahe an der Zahl der jetzigen im Innenraum tatsächlich in Anspruch genommenen Stellplätze zusätzlich zu den vorgeschriebenen Stellplätzen für die neuen Wohneinheiten sind und die Geräuschbelästigung und Sicherheitsgefährdung durch Zufahrten möglichst gering bleiben. Eine mögliche Durchwegung und gemeinschaftlich zu nutzende Flächen sollen zudem berücksichtigt werden.

Ingesamt fühlt sich die Initiative der Anwohner mit ihren Bedenken „voll berücksichtigt“, sagte Anwohnerin Ute Ross gestern auf Nachfrage. Die Beschlüsse seien aber sehr offen gehalten. Die Initiative werde daher nun „richtig kämpfen müssen, dass die Bebauung nicht so hoch und massiv werden darf wie geplant“. Die Politiker hätten zudem versäumt, klare Kriterien für eine Block-Innenverdichtung zu erarbeiten. „Das wird in jedem Innenhof wieder neu beginnen“, sagt Ute Ross. „Und Kiel hat viele Innenhöfe.“

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erstellt am 08.Feb.2014 | 06:18 Uhr

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