Große Probleme gehören an die Wand

Und nun? Beim 'Bouldern' kommen sich auch Könner wie Nora Kemmler und Olaf Grundey ab und zu in die Quere. Foto: Strebos (2)
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Und nun? Beim "Bouldern" kommen sich auch Könner wie Nora Kemmler und Olaf Grundey ab und zu in die Quere. Foto: Strebos (2)

Der Kieler Kletterkeller hat seine Aus- und Umbauphase abgeschlossen / Auf 122 Quadratmetern wird ab heute wieder "gebouldert"

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30. März 2013, 03:59 Uhr

Kiel | Fünf Stufen geht es hoch zu einer grünen Metalltür: Der Kieler Kletterkeller liegt ein Stück höher, als man es bei dem Namen zunächst vermuten mag. In einem Hinterhof in der Calvinstraße 10 im Stadtteil Südfriedhof kann ab heute wieder geklettert werden. Nach mehrmonatiger Aus- und Umbauphase haben die Mitglieder alle Spanplatten befestigt und alle Griffe angeschraubt - und sich damit vor neue und teilweise große Probleme gestellt. Aber genau die sind durchaus erwünscht beim "Bouldern".

"Es ist eine Kletter-Disziplin, bei der es nicht um die Höhe geht. Gemeinsam denken wir uns Probleme aus, die wir dann zu lösen versuchen", erklärt Olaf Grundey. Der 39-Jährige ist im Vorstand des Vereins Kieler Kletterkeller, der noch bis März 2011 seine Heimat tatsächlich in einem Keller in der Schweffelstraße hatte. Der Name hatte sich etabliert und wurde nach dem Umzug in die Calvinstraße beibehalten.

Die Varianten beim Bouldern sind vielfältig, das selbst gestellte Problem kann jedes Mal ein anderes sein. Ein Boulder, eine vorher festgelegte Route, wird dann alleine oder in der Gemeinschaft bewältigt. Und nur, weil es jede Menge Griffe gibt, müssen die nicht immer auch alle verwendet werden. Auch Nora Kemmler geht gerne mal die Wände hoch. "Bestimmte Griffe, die benutzt werden dürfen, werden vorgegeben. Dann geht es darum, den Boulder irgendwie zu schaffen", sagt die 29-jährige Biologin.

Und genau dabei kommt das Kommunikative an dieser Klettervariante ins Spiel - einer der Unterschiede zum Seilklettern, bei dem man in der Höhe eher allein mit dem Fels sei. Als "Klettern auf Augen- und Absprunghöhe" bezeichnet Olaf Grundey sein Hobby. Geklettert wird ohne Seil und Sicherung. Matten federn eventuelle Stürze ab. In einer maximalen Höhe von rund vier Metern sind die Griffe im Kieler Kletterkeller angebracht. "Wenn jemand an einer schwierigen Stelle nicht weiterkommt, dann geben die anderen Tipps oder bringen Ideen ein, wie diese Stelle zu meistern ist. Man erarbeitet sich gemeinsam den Weg zum Ziel", erklärt Nora Kemmler. Ob senkrecht, ob schräg, ob kopfüber hängend: Nicht allein die Kraft entscheidet beim Bouldern über Erfolg oder Misserfolg. "Es hat auch viel mit Technik, Balance und Körperspannung zu tun", sagt Grundey.

Heute öffnet der Kieler Kletterkeller also wieder seine Pforten. Interessierte sind jederzeit zum kostenlosen Schnupperklettern eingeladen. Später können dann auch Tages- oder Zehnerkarten für fünf (ermäßigt vier) Euro beziehungsweise 45 (ermäßigt 36) Euro erworben werden. Allerdings hat der Kletterkeller keine festen Öffnungszeiten. Geklettert werden kann immer dann, wenn eines der aktuell 25 Vereinsmitglieder vor Ort ist. Kontaktmöglichkeiten gibt es über die Internetseite www.kielerkletterkeller.de oder über das Kellerhandy unter Tel. 0176/71 72 32 36. Zudem plant der Verein im Frühjahr einen Tag der offenen Tür, für den aber zurzeit noch kein genauer Termin feststeht.

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