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Singen und Helfen : Große Gospel-Reise nach Südafrika

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Gospelchor Holtenau besucht zum zweiten Mal befreundete Chöre auf dem afrikanischen Kontinent. Geplant ist natürlich das gemeinsame Singen, aber auch die Mitarbeit in einem Hilfsprojekt für Aidswaisen. Ein Kieler Kinderarzt berichtet von seinem Engagement im Chor - und in Südafrika.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Regentropfen, die auf ein Blechdach prasseln. Viel Armut und Krankheit, aber auch viel Hoffnung. Und dazu zwei Chöre – einer afrikanisch, einer deutsch – die sich über das gemeinsame Singen ganz vorsichtig kennenlernen. Wenn Thomas Schroeter (48, Foto) zu Hause in Kiel einen ganz bestimmten Gospel singt, dann werden bei ihm die Erinnerungen an die intensive Begegnung mit jenem südafrikanischen Jugendchor wach. „Tsielala“ heißt dieser spirituelle Song, den Schroeter bei der ersten Chor-Reise nach Südafrika vor vier Jahren von den Jugendlichen gelernt hat. Nach diesem Song ist auch eine CD des Gospelchors Holtenau (GCH) benannt. Jetzt steht die zweite große Reise auf den afrikanischen Kontinent kurz bevor.

Neben Thomas Schroeter freuen sich rund 40 weitere Mitglieder des 70-köpfigen Gospelchors Holtenau unter Leitung von Hauke Petersen auf den knapp dreiwöchigen Aufenthalt in den nordöstlichen südafrikanischen Provinzen Free State, Mpumalanga und Limpopo. Gut ein Jahr lang haben sie sich auf diese Reise vorbereitet. Finanziert wird sie mit gespendeten Einnahmen von Konzerten, durch Unterstützung der Bingo-Lotterie, den Förderkreis der Kirchengemeinde Holtenau. Zudem zahlt jeder, der mitfliegt, einen eigenen Anteil. Kommenden Mittwoch hebt das Flugzeug Richtung Johannesburg ab. Vergangene Woche trafen sie sich ein letztes Mal zur Probe im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Holtenau. Chorleiter Hauke Petersen trommelte, die Sängerinnen und Sänger zwischen 17 und 72 Jahren gaben noch einmal alles. Schließlich soll es bei den gemeinsamen Treffen mit verschiedenen südafrikanischen Gospelchören auch gut klappen mit Aussprache, Rhythmusgefühl und Choreografie. „Ich freue mich jede Woche auf die Chorprobe“, sagt Thomas Schroeter, der als Bass-Stimme seit 2007 mit seiner Frau dabei ist.

Seit 1995 bereits gibt es den Gospelchor Holtenau, der mit Begeisterung und Erfolg über die Grenzen der Landeshauptstadt hinweg südafrikanische und nordamerikanische Kirchenmusik vorträgt. Zahlreiche Lieder hat der GCH von seinem südafrikanischen Partnerchor, der Martin-Luther-Kantorei aus Lebowakgomo, gelernt. Der Gospelchor Holtenau pflegt seit 2007 eine enge Partnerschaft mit den afrikanischen Freunden – und diese werden sie nun wieder besuchen.

Eine andere der drei Stationen ist die Stadt Parys etwa 100 Kilometer südlich von Johannesburg, wo die Kieler andere Chöre treffen, Workshops abhalten und Konzerte geben sowie einen Gottesdienst unterstützen. Sie werden ein benachbartes Township besuchen, in dem die Chormitglieder auch 2009 waren – und wo der der Gospel-Song „Tsielala“ einstudiert wurde.

Neben dem gemeinsamen Singen verbinden die Holtenauer den Aufenthalt auch mit einem Besuch der deutschen Organisation Südafrika-Hilfe, die im Township Tumahole bei Parys seit fast 30 Jahren aktiv ist. Thomas Schroeter, der im städtischen Krankenhaus in Kiel als Kinderarzt arbeitet und während seines Medizin-Studiums im östlichen Afrika tätig war, engagiert sich in dem Verein im Vorstand. „Schwerpunkt ist die Unterstützung von Aidswaisen, etwa in einer Kita mit 180 Kindern“, berichtet Schroeter. Auch eine Klinik zur Behandlung HIV-Infizierter sei dort aufgebaut worden. Die Kieler Sängerinnen und Sänger wollen selbst mit anpacken – etwa beim Kochen oder bei der Hausaufgabenbetreuung. Schroeter wird dort seine 20-jährige Tochter Miriam treffen. Die absolviert bei der Südafrika-Hilfe derzeit einen dreimonatigen Freiwilligendienst.


„Zurück aus Südafrika!“ – Jahreskonzert des Gospelchors Holtenau, Dankeskirche Kiel-Holtenau, Grimmstraße; Sonnabend, 9. November 2013; 19 Uhr; Einlass ab 18.30 Uhr; Eintritt frei – Spende erbeten. CDs sind nach dem Konzert erhältlich. Internet: www.gospelchor-holtenau.de.

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