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Brandstiftung in der Feldstraße : Großbrand in Kieler Dönerladen: Prozess beginnt

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Aus der Onlineredaktion

War es ein versuchter Versicherungsbetrug? Vor dem Landgericht Kiel müssen sich drei Männer wegen Brandstiftung verantworten. Zwei Angeklagte sind geständig - und beschuldigen den dritten als Drahtzieher.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 06:48 Uhr

Kiel | Knapp ein halbes Jahr nach einem Großbrand mit zwei Verletzten in der Kieler Feldstraße beginnt am Donnerstag der Prozess gegen die mutmaßlichen Brandstifter. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern im Alter von 20 und 22 Jahren vor, dass Feuer in einem Dönerladen im Erdgeschoss des Gebäudes gelegt zu haben. Die beiden waren Praktikanten im Imbiss. Angestiftet wurden sie laut Anklage vom  42 Jahre alte Besitzer eines Imbisses im Haus, der ebenfalls vor Gericht stehen wird.

Bereits kurz nach der Tat hatten die beiden Verdächtigen gestanden, den Brand gelegt zu haben. Sie hatten Brandbeschleuniger benutzt und waren bei den anschließenden Explosionen verletzt worden. In den Vernehmungen bei der Polizei gaben sie an, Geld für die Brandstiftung angeboten bekommen zu haben. Ob es sich um einen versuchten Versicherungsbetrug handelt, muss nun der Prozess zeigen.

 

Nicht nur dieser Imbiss im Mehrfamilienhaus in der Kieler Feldstraße wurde zerstört.
Nicht nur dieser Imbiss im Mehrfamilienhaus in der Kieler Feldstraße wurde zerstört. Foto: Dieter Suhr

Am 29. Juni waren die Bewohner des mehrstöckigen Hauses nachts von lauten Explosionen geweckt worden. Kurze Zeit später stand das gesamte Gebäude in Flammen. Das Treppenhaus wirkte wie ein Kamin und war schnell nicht mehr passierbar. Das Feuer erreichte binnen kürzester Zeit das Dach. Bis zu 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ihnen gelang es, die 30 Bewohner des Gebäudes zu retten. Lediglich zwei Personen erlitten eine Rauchvergiftung. Der Sachschaden ist allerdings sehr hoch. Viele Wohnungen waren längere Zeit nicht bewohnbar, das Treppenhaus einsturzgefährdet.

Nach dem Brand in der Kieler Feldstraße sind alle Wohnungen unbewohnbar.
Nach dem Brand in der Kieler Feldstraße sind alle Wohnungen unbewohnbar. Foto: Udo Carstens

Der Döner-Imbiss im Erdgeschoss brannte völlig aus. Experten der Polizei fanden bei den anschließenden Untersuchungen starke Indizien für eine Brandstiftung gefunden. Zwei Tage später stand für die Ermittler Brandstiftung als Ursache fest. Nach ihrer Festnahme legten die beiden jüngeren Angeklagten umfangreiche Geständnisse ab. Sie belasteten den 42-jährigen Imbissbetreiber, ihren ehemaligen Chef, schwer.

Der mutmaßliche Drahtzieher schweigt zu den Vorwürfen und sitzt als einziger der Angeklagten in Untersuchungshaft. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatte er es „auf eine Versicherungsprämie für Brandschäden in erheblicher Höhe abgesehen“. Seinen beiden Ex-Mitarbeitern soll er einen vierstelligen Betrag versprochen haben. Für den Prozess sind bis Ende Februar elf Verhandlungstage angesetzt.

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