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Kieler Innenstadt : Großbau-Gebiet mit Sperrzone

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Innenstadt muss etliche Bauprojekte verkraften – mindestens bis 2019. Das hat Folgen: Die Holstenbrücke wird gesperrt, Parkplätze fallen weg. Kaufleute befürchten zudem Umsatzeinbußen. Dafür entwickelt die Verwaltung nun ein Verkehrsmanagement.

Schlossquartier, Alte Feuerwache, Kleiner Kiel Kanal, Zob und mehr: Die Projektnamen geistern schon lange durch die Stadt. Jetzt wird aus den Vorhaben Realität. Stück für Stück, aber am Ende geballt, verwandelt sich die Kieler Innenstadt in den kommenden Jahren in ein Zentrum voller Baukräne, Bauschilder, Bauzäune, Bauarbeiter und Baulärm.

Das Ziel ist ein attraktiverer Stadtkern. Doch bis dahin gilt es, eine lange Durststrecke zu überwinden. Das wird nicht ohne Reibungsverluste gehen, auf Seiten der Kaufleute wie auf Seiten der Innenstadt-Besucher. Es wird weniger Parkplätze und mehr Sperrungen geben. Voraussichtlich im Jahr 2017 – dann soll Bau des Kleinen Kiel Kanals laufen – wird die Innenstadt rund um die Holstenbrücke sogar für Pkw- und Busverkehr (siehe Grafik) dicht gemacht – mit drei Sperrungen zwischen Andreas-Gayk-Straße, dem Einkaufszentrum „Nordlicht“ und der Holstenstraße. Notwendig wird dies aus Arbeitsschutzgründen für die Bauarbeiter.

Weil die Kaufleute sich um Umsatzeinbußen sorgen und wissen wollen, wie die Erreichbarkeit der Innenstadt gesichert bleibt, baten sie Bürgermeister Peter Todeskino zum Gespräch. „Wir begrüßen die Baumaßnahmen, aber dass es so viele auf einmal sind, ist Fluch und Segen zugleich“, sagt dazu Wolfgang Erichsen, Inhaber einer Buchhandlung in der Dänischen Straße und Vorsitzender des Forums Innenstadt. „Was nicht passieren darf: Wir haben eine tolle Altstadt, aber es ist keiner mehr da“, so die Sorge. Die Notwendigkeit eines Baustellenmanagements hat Todeskino erkannt: „Unser oberstes Ziel ist es, die Erreichbarkeit für Kunden, Dienstleister und Anwohner zu gewährleisten“. Die feinabgestimmte Verkehrsplanung, die Anfang kommenden Jahres vorliegen soll, umfasst darum auch Aspekte wie das Verlegen von Bushaltestellen und das Finden alternativer Routen zu Parkplätzen und -Häusern. Einen Bus-Shuttleservice im „Ringverkehr“ schlagen etwa die Kaufleute vor. Das Rathaus will zudem einen Manager benennen, der als Schnittstelle zwischen Geschäften und Verwaltung ein Auge auf Probleme hat und schnell eingreifen kann. Die Finanzierung ist allerdings noch unklar.

Fest steht: In der Eggerstedtstraße werden für das Wohnprojekt Schlossquartier alle bisherigen 90 Pkw-Parkplätze wegfallen, Autofahrer müssen auf Parkhäuser in der Nähe ausweichen. Die vorbereitenden Abrissarbeiten laufen bereits. Am benachbarten Wohnprojekt Alte Feuerwache – kürzlich wurde Richtfest gefeiert – sind schon Dutzende Parkplätze entfallen.

Weiter geht’s mit dem Abriss des Ex-Woolworth-Gebäudes am Berliner Platz. Nach Angaben des Duisburger Projektentwicklers Fokus Development beginnt dieser voraussichtlich Ende dieses Jahres. Anschließend lässt der Eigentümer und Finanzinvestor, die niederländische Gesellschaft Promontoria Bruce 15 B.V., dort einen Neubau errichten. Geplant ist ein viergeschossiges Geschäftshaus mit 7800 Quadratmeter Fläche für den Einzelhandel. Unbestätigt ist nach wie vor, dass der unter Jugendlichen stark gefragte irische Mode-Discounter Primark das Gebäude mieten will. „Wir verhandeln noch. Auch mit Primark“, sagt eine Fokus-Sprecherin.

Ebenfalls in 2016 soll der alte C&A-Komplex nebenan samt Markthalle einem Neubau weichen – für ein Hotel, Wohnungen und mehr. Parallel wird der neue Zentrale Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof gebaut. Privatinvestoren stehen mit weiteren Hotelprojekten in den Startlöchern. Der Landeshauptstadt werden die Baustellen daher so schnell nicht ausgehen. Bürgermeister Todeskino will beruhigen: „Für Anfang 2019 gehen wir davon aus, dass der Kleine Kiel Kanal fertig ist. Dann ist der Stress vorbei.“

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erstellt am 17.Okt.2015 | 06:15 Uhr

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