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Kiel : Gratis mit der Segelfähre über die Förde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer gemächlich vom Kieler Westufer mit dem Schiff auf das östliche Ufer will – und umgekehrt – der hat am Wochenende erstmals die Möglichkeit, eine Segelfähre zu testen.

Kiel | Wer gemächlich vom Kieler Westufer mit dem Schiff auf das östliche Ufer will – und umgekehrt – der hat am Wochenende erstmals die Möglichkeit, eine Segelfähre zu testen. Das Museumsschiff „Albin Köbis“ startet am Sonnabend, 7. sowie Sonntag, 8. September, seinen Pendel-Dienst mit Windkraft.

Geplant sind jeweils sechs Fahrten zwischen Reventlou-Brücke am Landtag und Möltenort am anderen Ufer. Eine Überfahrt dauert, je nach Windverhältnissen, etwa eine Stunde. Es ist die Idee von Kiel-Marketing, die den Trend aufgreift, in hektischen Zeiten auf Entschleunigung zu setzen – und dies gleichzeitig mit einem maritimen Erlebnis zu verbinden. Weil die Marketing-Experten der Landeshauptstadt die Segelfähre zusammen mit der Gemeinde Heikendorf (Amt Schrevenborn) erst einmal testen wollen, bieten sie die Überfahrten am kommenden Wochenende vorläufig kostenfrei an. Bis zu 25 Gäste können pro Trip an Bord mitsegeln – „sie dürfen auch gern mit anpacken“, sagt Skipper Lutz Buche.

„Wir wollen einen touristischen Akzent setzen, noch mehr Gäste anlocken und sie auch neugierig auf unsere Nachbargemeinden am Ostufer machen“, sagte der Geschäftsführer von Kiel-Marketing, Uwe Wanger. Rund 1000 Euro seien investiert worden, an denen sich die Gemeinden Heikendorf und Möltenort beteiligen. Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth jedenfalls schwärmte von der „tollen Idee“. Besonders hofft er auf Spenden der Bordgäste, die für den Aufbau eines Fischereimuseums gedacht sind. Auch für Tim Holborn, Leiter des Amtes für Wirtschaft bei der Stadt Kiel, ist es ein „spannendes Signal“ und „vielleicht längst überfällig in Kiel“. Zumal es eine Renaissance ist: Fährverbindungen, mit Ruder und unter Segeln, gab es bereits regelmäßig ab 1857, bevor wenige Jahre später die Dampfschiffahrt ihre Blütezeit erlebte.

Ob es die heutige Segelfähre dauerhaft geben wird, „muss sich zeigen“, sagte Wanger. Er will dies vom Zuspruch abhängig machen. Sollte es gut laufen, sei es denkbar, das Schiff an ausgewählten Wochenenden zur Hochsaison einzusetzen – dann allerdings kostenpflichtig. Es solle aber kein Konkurrenz zur bereits bestehenden Fördeschiffahrt werden.

Konkurrenz? Die Pressesprecherin der Kieler Schlepp- und Fährgesellschaft (SFK), Andrea Kobarg, sagte auf Anfrage: „Eine Segelfähre zur Kreuzung der Förde gab es zu Beginn der Fördeschiffahrt im 19. Jahrhundert. Heute sind unsere Fahrgäste andere Standards gewohnt.“ Die SFK biete einen qualitativ guten Öffentlichen Personennahverkehr auf dem Wasser mit einem festen Fahrplan und mit Fahrpreisen des SH-Tarifes.

Abfahrtzeiten der Segelfähre (Zeiten können etwas abweichen): Ab Anleger Reventloubrücke (Westufer) 10 Uhr, Anlegen Möltenort (Ostufer) etwa um 11 Uhr. Erste Rückfahrt von Möltenort: ca. 11.30 Uhr. Nächster Start vom Westufer um ca. 12.30 Uhr, Ankunft Ostufer ca. 14 Uhr. Rückfahrt ab Möltenort ca. 14.30 Uhr. Ab ca. 15.30 Uhr ab Reventloubrücke, Ankunft Möltenort: ca. 16 Uhr. Letzte Abfahrt Ostufer: ca. 17.30 Uhr, Ankunft Westufer ca. 18.30 Uhr.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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