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Gorch Fock: Marine lädt Kiel-Marketing wieder aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

PR-Termin zum Urlaubs-Katalog für Kiel – Presseoffizier sagt kurzfristig ab: „Aktive Werbung problematisch“

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Aufregung um eine Werbe-Aktion für einen Urlaubs-Katalog – und die Gorch Fock: Die PR-Experten vom städtischen Verein Kiel-Marketing hatten gestern zum Fototermin für ihren neuen Katalog „KursKiel“ gebeten. Auf dem Cover prangt ein Foto des Schiffs unter Segeln. In der Einladung vom vergangenen Freitag hieß es: „Der Ort für die Präsentation könnte kaum passender sein als an Bord der Gorch Fock in ihrem Heimathafen Kiel!“ Und weiter: „Wir möchten Sie herzlich einladen dabei zu sein, wenn unter der Aufsicht des ersten Offiziers der Gorch Fock der frisch aufgetauchte Urlaubskatalog an Bord des Schiffes geholt wird.“

Es sollte anders kommen.

Kiel-Marketing-Geschäftsführer Uwe Wanger begrüßte die Teilnehmer am Marinestützpunkt am Tirpitzhafen, dem Liegeplatz der Bark, mit einer Überraschung: „Wir müssen umdisponieren. Wir dürfen nicht auf das Schiff. Der Termin wurde kurzfristig abgesagt“, sagte Wanger und zeigte sich „sehr enttäuscht“: „Es sollte eine Liebeserklärung an die Gorch Fock werden.“ Kurzerhand zog Wanger mit Team für ein Presse-Gespräch in den benachbarten Flandernbunker um. Dort berichtete er über neue Pauschalangebote, die Postkarten-Aktion „Kiel holen!“, mit der Kieler ihre Freunde und Verwandten aus aller Welt an die Förde locken sollen, und Urlaubspakete in der Landeshauptstadt. Interessierte können sich darüber im frisch gedruckten 77-seitigen Katalog informieren. Doch statt an Bord des berühmten, in letzter Zeit von negativen Schlagzeilen begleiteten Segelschulschiffs der Marine, musste das Hochglanz-Heft auf einem Steg mit der Bark im Hintergrund fotografiert werden. Das Agieren der Marine rückte dafür in den Vordergrund.

Warum also hatte sie erst zugesagt, um am Abend vorher den Termin zu canceln? „Die Marine ist sehr sensibel, was den Umgang mit dem Schiff angeht“, meinte Wanger. Es gebe da eine gewisse „Vorsicht“.

Bezog sich diese Vorsicht auf Angst vor weiteren negativen Schlagzeilen? Solchen Spekulationen widersprach gestern Fregattenkapitän Achim Winkler vom Marinekommando Presse- und Informationszentrum in Kiel. „Mit der Gorch Fock hat das gar nichts zu tun“, betonte Winkler. Er erklärte: „Der Termin kam vor einigen Tagen auf Anfrage von Kiel-Marketing mit der Pressestelle zustande.“ Er habe nach Rücksprache mit dem Bordkommando der Gorch Fock den Termin festgelegt.

Doch dann, sagte Winkler, habe er Zweifel an der Entscheidung bekommen: „Grundlage sind Bestimmungen, dass sich der Staat und damit auch die Bundeswehr wettbewerbsneutral zu verhalten haben.“ Werbung auf der Basis von Einrichtungen sei „problematisch“. Der Fregattenkapitän ergänzte: „Ich habe meine Bewertung prüfen lassen.“ Das Marinekommando in Rostock habe habe jedoch bis zum Mittwochnachmittag kein Ergebnis mitgeteilt. „Daher habe ich vorsichtshalber abgesagt“, so Winkler. Er gab sich zerknirscht: „Ich habe einen Fehler gemacht und nicht zu Ende geprüft. Natürlich bedaure ich, dass es so gelaufen ist.“

Dass ein Foto des Segelschulschiffs auf dem Kieler Katalog-Cover abgebildet ist, hält der Presseoffizier indes für kein Problem. Er sei diesbezüglich auch nicht gefragt worden. Das Bild der Gorch Fock und deren Name seien nicht geschützt. Daher könne sich auch eine Apotheke nach der Bark benennen, oder Souvenir-Tassen mit Fotos bedruckt werden. „Die aktive Teilnahme an einer Werbe-Aktion“, so Achim Winkler, „macht den Unterschied“.

Interessierten Kiel-Urlaubern wird der Trubel um den Fototermin herzlich egal sein. Den Katalog gibt es übrigens kostenlos in der Tourist-Information Kiel, er wird auf Wunsch per Post zugeschickt. Man kann auch im Internet darin stöbern: www.kiel-sailing-city.de.

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