Bürgerdialog zu Olympia : „Gold-Medaille“ für besseres Olympiazentrum

Experten-Debatte: Architekt Stefan Behnisch(r.), sein Projektleiter Patrick Stremler und Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin im Deutschen Segler Verband.
Experten-Debatte: Architekt Stefan Behnisch(r.), sein Projektleiter Patrick Stremler und Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin im Deutschen Segler Verband.

Was soll aus Schilksee werden? Die Bürger durften mitreden. Wichtig ist ihnen Kostentransparenz, gefragt zu werden – und eine sinnvolle Nachnutzung der Gebäude.

Avatar_shz von
12. Juni 2015, 06:32 Uhr

Die Befragung lief schleppend an, doch am Ende gab es mehr als 2000 Rückmeldungen. Wie also stellen sich die Kieler „ihr“ Olympia 2024 in Schilksee vor? Der eine will eine Rooftop-Bar, also Cocktails auf dem Dach. Der andere träumt von einem gläsernen Konzertsaal. Mehr Einkaufsmöglichkeiten – auch Bio-Lebensmittel – stehen ebenso auf der Wunschliste wie schwimmende Zuschauertribünen, bezahlbare Hotelzimmer, eine bessere Fährverbindung von Schilksee nach Laboe oder schlicht „weniger Beton“.

Fünf Leitthemen haben sich herauskristallisiert – die Modernisierung des Olympiazentrums für den Segelsport, die Weiterentwicklung desselben als Lebensort, die touristische Aufwertung Schilksees, eine ökologisch verträgliche Planung sowie eine gute Vernetzung des Stadtteils mit der Region. Es gibt zudem zwei Gegenpole: Die eine Gruppe plädiert für eine kostenneutrale Organisation mit temporären Einrichtungen, die andere für den großen Auftritt mit dauerhafter Wirkung für Schilksee. Wichtig für viele der Teilnehmer: Kostentransparenz, eine sinnvolle Nachnutzung neuer Gebäude sowie ein intensiver Dialog. Sie durften nach Priorität „Medaillen“ vergeben. Sieger: Ein Kompetenzzentrum für maritimen Sport – ein moderneres, besseres Olympiazentrum. Bei einer Abschlussdebatte im Rathaus kamen die Anregungen der Bürger auf den Tisch – und Interessierte mit externen Planern ins Gespräch, die an der Machbarkeitsstudie arbeiten. Damit soll herausgefunden werden, welche Voraussetzungen notwendig sind, um Schilksee fit für Olympia zu machen.

Zusammen mit Stadtplanern aus Kopenhagen stellte das Architekturbüro Behnisch aus Stuttgart vor, wie solch eine Studie entsteht. Stefan Behnisch hat Erfahrung mit olympischem Erbe: „Mein Vater war Architekt für Olympia 1972 in München“, so Behnisch. Daher habe er sich für diese Aufgabe beworben. Er analysiere nun, wie der Ort verbessert werden könne – und das „Erarbeitete gehalten“. Es geht um ein Olympisches Dorf, einen Segelcampus sowie ein Hotel, die zu bauen seien. Wo und wie genau, das ist noch unklar.

Dass viel zu tun ist, stellten die Planer fest. Sie analysierten „einen Tag im Leben von Schilksee“ – und fanden heraus: „Wahnsinnig viel Aktivität ist da nicht.“ Vereinzelte Spaziergänger, Kindergruppen, Büroleute in der Mittagspause, Freizeitsegler. Wie also mehr Leben generieren? Wie das Segeln erlebbarer machen? Die Ideen: Eine Besucher-Plattform auf dem Wasser. Eine Freitreppe, die den Balkon mit dem Boulevard verbindet. Ein Hotel, welches die bestehende Schwimmhalle integriert. Konflikte dürfte es mit Seglern über die Nutzung der großen Fläche am Wasser geben, die oft zugeparkt wird.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen