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Equal Pay Day : Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Roten Taschen, Infotische und jede Menge Dankeskarten prägten den „Equal Pay Day“ am Sonntag im Uni-Klinikum. Die Initiatorinnen wollen mit ihrer Aktion erreichen, dass die Wertschätzung für die Arbeit in der Pflege steigt.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2016 | 14:07 Uhr

Gleiche Löhne für Männer und Frauen sowie die Anerkennung von sozialen Berufen: Das forderten die Frauen des Sozialverbands, die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Fachhochschule sowie zahlreiche weitere Frauenbündnisse anlässlich des „Equal Pay Day“ am Sonnabend. Im Universitätsklinikum (UKSH) versammelten sie sich am Nachmittag und machten mit knallroten Taschen, Blumen, Dankeskarten und Infotischen auf die noch immer vorherrschenden Verdienstunterschiede aufmerksam.

In Gruppen verteilten die Frauen auf den Stationen Karten mit der Aufschrift „Danke. Ihre Arbeit ist unbezahlbar!“ an die Krankenschwestern und ihre männlichen Kollegen. „Die Wertschätzung von pflegende Berufen muss sich erhöhen. Noch immer werden die Menschen viel zu schlecht bezahlt, obwohl sie mindestens genauso bedeutsam sind wie Angestellte in der IT- oder Technikbranche. Wir wollen ihnen unseren Dank ausdrücken“, sagte Ann Troy-Inniss, Vorsitzende des Business and Professional Women (BPW) Clubs Kiel.

Beim Personal habe die Aktion großen Anklang gefunden, berichtete sie nach ihrem ersten Stationsbesuch. Eine Familie können man mit dem Durchschnittsgehalt eines Krankenpflegers von 1500 Euro netto nicht finanzieren. Deshalb seien es auch meist Frauen, die pflegerische und erzieherische Berufe ergreifen. „Das erhöht aber immer nur weiter die Diskrepanz zwischen Männern und Frauen“, so die Vorsitzende.

In Schleswig-Holstein liegt der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern bei rund 15 Prozent. Das geht aus aktuellen Ergebnissen des Statistikamts Nord hervor, die anlässlich des Equal Pay Day veröffentlicht wurden. Im Norden haben Frauen im vergangenen Jahr durchschnittlich 15,27 Euro brutto pro Stunde verdient. 18,03 Euro gab es dagegen für die Männer. Drei Jahre zuvor war der Unterschied mit 18 Prozent noch etwas größer.

Doch die engagierten Frauen wollen mehr. „Wir benötigen einen langen Atem, um zu erreichen, dass Männer und Frauen wirklich gleich bezahlt werden. Deutschland mag zwar die größte Wirtschaft in Europa sein, aber bei der Lohngerechtigkeit hinkt es erbärmlich hinterher“, so Gudrun Karp, die Landesfrauensprecherin des Sozialverbands.

Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigte seine Unterstützung für die Forderung der Frauen. Am Wochenende wehten die roten Equal-Pay-Day-Fahnen am Rathaus. Der Aktionstag ist bereits 1966 in den USA entstanden. Das Datum richtet sich immer danach, bis zu welchem Tag im Jahr Frauen unentgeltlich arbeiten würden, wenn sie danach den gleichen Lohn wie Männer bekämen.

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