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Kiel

17. Oktober 2017 | 11:54 Uhr

Giftige Gase im Uni-Chemielabor

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Übelkeit und Kopfschmerzen - nach Angaben Betroffener sind das Symptome, unter denen Mitarbeiter des Instituts für Anorganische Chemie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) seit Ende 2011 etwa vier bis fünf Mal im Monat litten, nachdem sie im Labor gearbeitet hatten. In den Räumen wird auch mit hochgiftigen Stoffen experimentiert, darunter Säuren und Gase. Grund für die Beschwerden ist nach derzeitigen Erkenntnissen eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Lüftung. Obwohl das Problem seit mehr als einem Jahr bekannt war, handelte die Uni erst jetzt: Die Laboratorien wurden geschlossen.

Gestern teilten die Pressestellen der CAU und der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) mit, dass die Zuluft-Öffnungen verlegt werden. Zu- und Abluft-Rohre liegen offenbar zu nah beieinander, sodass Abluft in Frischluftrohre gezogen wurde - und für Geruchsbelästigung sorgte, besonders im Winter und unter bestimmten Wetterbedingungen. Die Arbeiten würden gut acht Wochen dauern, hieß es. Anfang August solle der Lehrbetrieb im Idealfall dann wieder wie gewohnt laufen.

"Wir bedauern, dass es zu kurzfristigen gesundheitlichen Beschwerden gekommen ist. Zu keinem Zeitpunkt bestand jedoch die Gefahr von dauerhaften gesundheitlichen Auswirkungen für Studierende oder Beschäftigte", sagten GMSH-Geschäftsführer Hans-Adolf Bilzhause und CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet. Sie zeigten sich zerknirscht, "dass wir keine schnellere Lösung (...) gefunden haben und viele Menschen verunsichert wurden", betonten sie. Und erklärten, von den Laborschließungen betroffene Studierende und Promovierende würden keine Nachteile haben. Es sei klar gewesen, dass die Schließung der Laborgebäude Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten erheblich behindert und verzögert.

Blockpraktika, Ausweichlabore, verlängerte Arbeitsverträge: So will die Uni sicherstellen, dass alle Prüfungen bis zum Beginn des Wintersemesters abgelegt werden und Forschungsarbeiten beendet werden können.

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