zur Navigation springen

Gießerei-Museum feiert zehnjähriges Bestehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zehn Jahre Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei – ein Jubiläum, das am Wochenende mit der Eröffnung zweier Ausstellungen gefeiert wurde.

Auf Initiative geschichtlich, architektonisch und technisch interessierter Bürger wurde das Nutzungsrecht an der 1980 stillgelegten Metallgießerei der Werft am 1. Januar 2005 dem Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei übertragen. Nach anschließender Sanierung wurde es am 20. Mai 2007 zum 30. Internationalen Museumstag eröffnet. Das 1884 erbaute Gebäude ist, wie Sönke Petersen, Vorsitzender des Gießereivereins, betonte, das letzte erhaltene Gebäude auf dem früheren Werftgelände, das Architekt Heinrich Moldenschardt erbaut hatte. So widmet sich eine der beiden Ausstellungen diesem Architekten.

Etliche Gebäude in Kiel stammen von ihm, wie das frühere Thaulow-Museum am Ziegelteich, wo heute das Karstadt-Haus steht. Aber Moldenschardt war auch der Hausarchitekt der Gebrüder Howaldt, errichtete Betriebsgebäude auf dem Werftgelände sowie ganze Wohnviertel für die Werftarbeiter. Die von Kunsthistorikerin Eva-Maria Karpf konzipierte Ausstellung zeigt eindrucksvoll das Wirken des Architekten für Howaldt.

Die zweite Ausstellung, die in Kooperation mit dem Stadt- und Schifffahrtsmuseum entstand, zeigt 30 Fotografien der Kieler Pressefotografen Friedrich „Fiete“ Magnussen und Hermann Nafzger, die vom Arbeitsleben auf der Werft in den 60er-Jahren erzählen. Neben Fotos von nicht immer leichter Arbeit entdeckt der Besucher auch stimmungsvolle Bilder, wie Doris Tillmann, Leiterin des Stadt- und Schifffahrtsmuseums, feststellte. „Leider haben wir kein Foto im Bestand, das die Arbeit in der Metallgießerei zeigt“, bedauerte sie.

Stadtrat Wolfgang Röttgers zeigte sich angesichts des auslaufenden Nutzungsvertrags für das Gebäude zuversichtlich, dass es nach 2019 positiv weitergeht“. Dann werden die 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter weiterhin den Besuchern nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch alte Gießtechniken näherbringen, und die Besucher können dort weiterhin selbst Hand anlegen und ihre eigenen Stücke gießen.

Die Ausstellungen „Der Architekt Heinrich Moldenschardt und die Howaldtswerke“ und „HDW in den 60er-Jahren – Historische Fotoausstellung“ sind bis zum September zu sehen im Gießereimuseum, Grenzstr. 1. Infos zum Museum: www.alte-giesserei-kiel.de


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen