JVA Lübeck : Gewerkschaft: Personalmangel ist Grund für Flucht des Mörders aus Psychiatrie

<p>Der entflohene Straftäter wurde nach seiner Flucht in einem Haus an der Ratzeburger Allee unweit des UKSH festgenommen.</p>

Der entflohene Straftäter wurde nach seiner Flucht in einem Haus an der Ratzeburger Allee unweit des UKSH festgenommen.

Der Vorwurf der Gewerkschaft richtet sich direkt an die zuständige Justizministerin.

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04. Juli 2018, 15:24 Uhr

Kiel/Lübeck | Nach der Flucht eines verurteilten Mörders aus einer Klinik in Lübeck hat die Gewerkschaft der Polizei Vorwürfe gegen Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) erhoben. Die Ministerin mache es sich zu einfach, wenn sie Fehler der beiden Bewacher für die Flucht des Gefangenen verantwortlich mache, sagte der Regionalgruppenvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Thorsten Schwarzstock, am Mittwoch.

Er kritisiert, dass für die Bewachung von Gefangenen bei Ausführungen oder Klinikaufenthalten wegen Personalknappheit häufig Teilzeitkräfte eingesetzt würden, die dafür nur unzureichend ausgebildet seien.

Vor einer Woche war ein Gefangener der Justizvollzugsanstalt Lübeck, der Tage zuvor in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden war, seinen Bewachern entkommen. Er wurde Stunden später in der Wohnung eines Bekannten festgenommen. Wie die „Lübecker Nachrichten“ am Mittwoch berichteten, hätten Ermittlungen der JVA ergeben, dass der Gefangene während eines Aufenthalts im Garten der Psychiatrie über den Zaun geklettert sei. Die JVA-Mitarbeiter hatten den Gefangenen nicht in den Garten begleitet. Der als aggressiv geltende Gefangene verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

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