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Kiel

19. August 2017 | 20:57 Uhr

Gewalttaten nehmen im Norden zu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kriminalitätsstatistik: Aufklärungsquote steigt / Weniger Einbrüche

Alle 30 Minuten wird irgendwo in Schleswig-Holstein zugeschlagen. 19  532 bekannt gewordene Fälle von Körperverletzung registrierte die Polizei im vergangenen Jahr – ein Zuwachs um fast 1900 Fälle oder knapp zehn Prozent gegenüber 2015.

Eine Erklärung für die Entwicklung hat auch Innenminister Stefan Studt (SPD) nicht. Von einer Trendwende wollte der Minister jedoch auch nicht sprechen. Zehn Jahre lang waren die Zahlen der Rohheitsdelikte, zu denen auch Raub, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung oder Nötigung gerechnet werden, zuvor gesunken. Jeder fünfte Tatverdächtige in diesem Deliktsfeld war unter 21 Jahre alt.

Die Zahlen untermauern jedoch eine Entwicklung, die auch die Polizei im Einsatz immer öfter zu spüren bekommt. 2443 Beamte waren im vergangenen Jahr von Widerstandshandlungen oder Körperverletzung betroffen, 441 wurden verletzt.

Studt legte die polizeiliche Kriminalstatistik vor. Lichtblick darin: Nach Rekordmarken beim Wohnungseinbruch im Vorjahr sank die Zahl dieser Delikte um 8,8 Prozent auf 7711. Die Aufklärungsquote sei von 8,9 auf 11,2 Prozent gestiegen. Das polizeiliche Konzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls trage Früchte, sagte Studt.

So sei es durch intensive Ermittlungsarbeit, verstärkte Präsenz, umfangreiche Präventionsarbeit und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit immer häufiger gelungen, Einbrecher dingfest zu machen oder sie von der Tat abzuhalten. Der positive Trend halte auch in diesem Jahr an. Festnahmen in allen Polizeidirektionen hätten zu Beginn der „dunklen Jahreszeit“ dazu geführt, dass die Fallzahlen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres blieben.

Die Zahl der registrierten Delikte insgesamt stieg im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent oder 3943 auf 206  541 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei 54,5 Prozent nach 48,8 Prozent im Vorjahr. „Schleswig-Holstein ist und bleibt ein sicheres Land“, urteilte Studt über das Datenmaterial. Die Opposition von CDU und FDP hielt den Minister dagegen Versagen und Versäumnisse vor: „Wer sich angesichts der nochmals angestiegenen Kriminalitätsbelastung für eine Aufklärungsquote von 50 Prozent feiern lassen will, hat seinen Job nicht richtig verstanden“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki.

Widerspruch kam aus der Koalition. Die Grüne Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, Monika Heinold, warf der Opposition vor, „eine gefühlsorientierte Verunsicherungspolitik zu betreiben“. Die objektive Lage habe sich in fast allen Bereichen verbessert, so der SPD-Innenpolitiker Kai Dolgner. Seite 5 / Leitartikel Seite 2



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erstellt am 16.Feb.2017 | 14:11 Uhr

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