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Gewalt gegen Polizisten: In Kiel stieg die Zahl der Verletzten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 05:56 Uhr

„Ich bring’ dich um“ , „ich stech’ dich ab“ – Polizisten werden längst nicht mehr nur mit verbaler Gewalt in Einsätzen konfrontiert. Im Landestrend sank die Zahl der verletzten Beamten, wie Innenminister Andreas Breitner (SPD) bekanntgab, um 20 Prozent auf 354 (wir berichteten) – in Kiel stieg sie dagegen leicht. 65 Polizisten, damit fünf mehr als im Vorjahr, wurden 2013 in der Landeshauptstadt im Dienst verletzt.

Insgesamt gab es 153 Fälle von Gewalt gegen Polizisten, 2012 waren es zehn Fälle mehr. Die Spitze bilden die Widerstandsanzeigen (2013: 108, 2012: 133), gefolgt von den Körperverletzungen (2013:29) und den sechs gefährlichen Körperverletzungen, sowie drei Landfriedensbrüchen. Da die Zahl der verletzten Beamten höher ist als die Summe aus den Körperverletzungen, ist davon auszugehen, dass auch ein Drittel aller Widerstandsanzeigen in körperlicher Gewalt gegen die Beamten ausartete. Das sei so innerhalb der Statistik noch nicht erfasst worden, erklärte Jürgen Börner vom Landespolizeiamt, das solle sich aber ab sofort ändern.

Wie sieht es im Innenstadtrevier aus – mit dem Brennpunkt Bergstraße? Kay Kramm, Leiter des zweiten Reviers: „Rund um die Bergstraße haben wir mit dem Waffenverbot etwas bewirken können. Gefühlt ist es dort etwas ruhiger geworden.“ Doch auch in seinem Revier wurden acht Polizisten dienstunfähig aufgrund von Verletzungen im Einsatz wie Riss im Trommelfell, Knieprellungen und Schnittwunden.

Ruhestörungen, Familienstreitigkeiten, Personalienfeststellung – oft sind es die harmlos scheinenden Alltagseinsätze, bei denen es dann zu Gewaltausschreitungen kommt, so Börner. Deshalb verfolge die Landespolizei seit einigen Jahren verschiedene Ansätze, um dem Phänomen der Gewalt gegen Polizeibeamte entgegenzuwirken. Börner: „Jeder Beamte hat vier Tage Einsatztraining zu Einsatzlagen wie häuslicher Gewalt, Gewalt aus einer Gruppe heraus oder das Anhalten von Fahrzeugen“, sagt Börner. Außerdem trage die verbesserte Ausrüstung wie die ballistischen Schilde zum Schutz der Beamten bei.

Karl-Hermann Rehr von der Gewerkschaft der Polizei versteht diejenigen nicht, die aus den aktuellen Landeszahlen einen Rückgang lesen: „Es sind immer noch vier Angriffe auf einen Polizisten pro Tag, das ist einfach nicht hinnehmbar.“ Um Hintergründe der schon veröffentlichten Zahlen des Innenministers zu erfahren, hat die FDP im Landtag eine Kleine Anfrage gestellt.

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