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Gestatten, ich heiße "T-Kiel A 13 E"

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Nach acht Monaten harter Arbeit präsentierten angehende Ingenieure der FH Kiel jetzt ihren neuen Rennwagen mit Elektroantrieb

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erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Sie machten es durchaus spannend, die knapp 50 Studenten des "Raceyard Formular Student Teams" der Fachhochschule (FH) Kiel, als sie am Mittwochabend vor etwa 250 Gästen - Studenten, Sponsoren, Freunden und Angehörigen - ihren neuen Rennwagen der Öffentlichkeit vorstellten. Erst nach Sektempfang, Reden und Grußworten, einem Imbiss, einer Tombola sowie einer Gesprächsrunde mit Beteiligten wurde das Geheimnis gelüftet und der "T-Kiel A 13 E" enthüllt. Der Wagen tritt an in der "Formula Student", einem Wettbewerb, für den Studenten an verschiedenen Hochschulen jeweils einen einsitzigen Formelrennwagen konstruieren, finanzieren und fertigen.

Gut acht Monate hatten die angehenden Ingenieure intensiv an dem elektrisch betriebenen Fahrzeug gearbeitet - von der Konzeption über die Konstruktion bis hin zum Bau. "19 000 Arbeitsstunden - 12 000 für die Konstruktion und 7000 für die Fertigung - stecken in dem Fahrzeug", sagte Teamchef Nils Peter Thöming (22). Der Wagen ist eine Weiterentwicklung des Rennwagens aus dem vergangenen Jahr, wiegt 250 Kilogramm, hat 220 PS, ist in drei Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde. Der "T-Kiel A 13 E" ist der achte Rennwagen, der an der FH Kiel gebaut wurde. Waren es von 2006 bis 2011 noch jeweils Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, so ist es nun nach 2012 der zweite Bolide mit Elektroantrieb.

An dem internationalen Wettbewerb nehmen rund 450 Gruppen teil. Unter anderem soll die Fähigkeit vermittelt werden, im Team zu arbeiten sowie als solches effektiv Probleme zu lösen. "Man lernt viel für das spätere Leben, beispielsweise Verantwortung zu übernehmen", betonte Oliver Jahns vom Kieler Raceyard-Team.

Bei den Rennen kommt es nicht nur darauf an, als Erster im Ziel zu sein, sondern das Gesamtkonzept wird bewertet, in dem auch Konstruktion, Wirtschaftlichkeit, Marketing und Präsentation eine Rolle spielen. "Es ist das interdisziplinärste Projekt, das wir an unserer FH haben", sagte FH-Präsident Prof. Udo Beer.

Nach bevorstehenden Tests, für die zwei Flugplätze (Kiel-Holtenau und der "Hungrige Wolf" bei Itzehoe) zur Verfügung stehen, nimmt das Kieler Team in diesem Jahr an insgesamt drei Rennen teil - im englischen Silverstone, in Hockenheim und im spanischen Montmeló. Professor Rainer Geisler, Dekan für Maschinenwesen an der FH, wies auf die enorme Arbeitsbelastung für die Studenten hin und lobte: "Im Raceyard-Team ist alles drin, was die FH Kiel so erfolgreich macht."

Zurzeit liegt das Kieler Team in der Weltrangliste auf dem 21. Platz. Ob es in diesem Jahr weiter nach vorne rücken kann, wird sich zeigen. Das jedoch sei laut FH-Präsident Beer gar nicht der ausschlaggebende Punkt: "Dabei sein ist alles" - so lautet des Motto. Die Studenten indes waren bei der Präsentation des "T-Kiel A 13 E" sichtlich stolz auf ihr neues Fahrzeug. Und abseits all der Lerneffekte, die dieses Projekt für sie hat, brachte ein Teammitglied es kurz und knapp auf den Punkt: "Es ist einfach geil, einen Rennwagen zu bauen."Weitere Informationen: www.raceyard.de

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