Kieler Landgericht : Geständnis vor Gericht: Händler hinterzieht Getränkesteuer in Millionenhöhe

Das Relief der Justitia des Kieler Landgerichts. /Archiv
Das Relief der Justitia des Kieler Landgerichts. /Archiv

Der 41-Jährige hat deutsche und dänische Steuern unterschlagen. Bestellte Ware verkaufte er an Scheinfirmen im Ausland.

shz.de von
10. Juli 2018, 13:30 Uhr

Kiel | Ein 41 Jahre alter Getränkehändler hat vor dem Kieler Landgericht gestanden, in Deutschland und Dänemark Steuern in Höhe von mehr als vier Millionen Euro hinterzogen zu haben. Er habe die Ware bei einer deutschen Firma in Harrislee geordert und über Scheinfirmen im europäischen Ausland weiterverkauft, erklärte der Angeklagte am Dienstag über seine Verteidigung. Dabei habe er „deutsche und dänische Steuern unterlaufen“.

Laut Anklage schädigte der Mann den deutschen Fiskus um rund 2,7 Millionen Euro Getränke-Umsatzsteuer und die dänischen Steuerbehörden um weitere 1,5 Millionen Euro Biersteuer. Das Geständnis folgte im Rahmen einer Verständigung aller Prozessbeteiligten. Dabei wird dem Angeklagten nach Angaben des Vorsitzenden Richters für das Geständnis ein Strafmaß zwischen drei Jahren und acht Monaten bis maximal drei Jahren und elf Monaten zugesichert.

Das Wirtschaftsstrafverfahren wird am 31. Juli fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers und möglicherweise auch das Urteil erwartet. Sollte der zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausgehandelte Deal Bestand haben, verkürzt sich der Prozess um etwa zehn Verhandlungstage. Der zuletzt in Süddeutschland lebende Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Mit dem Urteil käme er bis zum Strafantritt auf freien Fuß.

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