Nobiskrug in Kiel : Geschütztes Holz auf der Segelyacht „A“? Staatsanwaltschaft durchsucht Werft

Streit ums Geld – deswegen liegt „Sailing Yacht A“ vor Gibraltar fest.
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Die „Sailing Yacht A“. /Archiv

Die Meldungen zur „A“ reißen nicht ab. Es gibt noch immer den Verdacht, dass eigentlich geschütztes Tropenholz verbaut wurde.

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14. März 2017, 19:41 Uhr

Kiel/Rendsburg | Schon vor fünf Wochen hat die „A“ die Kieler Bauwerft verlassen. Trotzdem sorgt das mit 143 Metern längste Segelschiff der Welt noch immer für Schlagzeilen in Schleswig–Holstein. Erst der Zwischenstopp in Norwegen zwecks Umgehung der Umsatzsteuer, dann der Zwangsstopp in Gibraltar wegen unbezahlter Rechnungen bei der Bauwerft. Und jetzt, da die 400-Millionen-Euro-Yacht seit drei Wochen im spanischen Hafen Cartagena endausgebaut wird, hat der Ärger für die Werft womöglich noch immer kein Ende. Dienstag erhielten die Werft Nobiskrug in Rendsburg und deren Kieler Außenstelle, die Werft German Naval Yards, wo die „A“ gebaut wurde, Besuch von der Staatsanwaltschaft.

Die Werft Nobiskrug in Rendsburg: Gestern kam die Staatsanwaltschaft.
Foto: Frank Höfer
Die Werft Nobiskrug in Rendsburg: Gestern kam die Staatsanwaltschaft.
 

Die hatte einen Durchsuchungsbeschluss dabei. Angeblich war bei den Gesetzeshütern über London der Hinweis auf unerlaubten Einsatz von geschützten Tropenhölzern eingegangen. Ob dieses geschützte Holz auf der „A“ verbaut worden ist, blieb bislang unbestätigt.

Nobiskrug teilte schriftlich mit, man sei sich sicher, dass „wir den gegen uns erhobenen Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft entkräften können“. Man unterstütze die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kiel und kooperiere in vollem Umfang mit den Behörden. Das Unternehmen wies daraufhin, dass die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung vergleichbare Ermittlungen im vergangenen Jahr bereits eingestellt hatte.

Tatsache ist, dass der Vorwurf schon im vergangenen Oktober im Zusammenhang mit der „A“ erhoben worden war. Damals hieß es, es sei illegal geschlagenes Teakholz aus Myanmar bei der Innenausstattung der Mega-Yacht zum Einsatz gekommen. Sowohl die Werft als auch ein Sprecher des Schiffseigners – des russischen Milliardärs und Unternehmers Andrey Melnichenko – wiesen die Anschuldigungen zurück.

Nach Informationen von „Spiegel Online“ verfügten britische Umweltschützer über Dokumente, die eine Ladung von 1278 Stück Teakholz im Wert von rund 174.000 Euro in der Segelyacht „A“ belegen sollen. Ein Sprecher von Melnichenko nannte die Vorwürfe damals „komplett falsch, unwahr und haltlos“. Auch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ermittelte im Oktober. Gut möglich, dass die Vorwürfe gegen einen Holzimporteur – offenbar ein spanischer Händler mit Lager in Kiel – nicht ganz ausgeräumt werden konnten, denn jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil ein Verdacht auf Verstoß gegen das Holzhandelssicherungsgesetz besteht. An beiden maritimen Standorten – also in Kiel und Rendsburg – wurden offenbar Holzproben sichergestellt.

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