Frühere Kieler Bildungsministerin : Gerichtsverfahren: Waltraud Wende erhält Entschädigung

Gegen Wende wurde ermittelt. Es gab Durchsuchungen und Sicherstellungen. Jetzt bekommt sie eine Entschädigung.

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21. August 2017, 19:52 Uhr

Kiel | Nach der Einstellung der Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts erhält die frühere Kieler Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) eine Entschädigung. Das habe das Amtsgericht Kiel entschieden, teilte ihr Rechtsanwalt Michael Gubitz am Montagabend mit. „Die Höhe der Entschädigung wird in einem gesonderten Verfahren bestimmt.“ Für Durchsuchungen und Sicherstellungen in dem Verfahren stehe Wende nach der Gerichtsentscheidung eine Entschädigung zu.

Der Fall Wende ist für Kritiker des politischen Systems – ähnlich wie der Fall der gestrauchelten Kieler Ex-Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke – ein Paradefall für das Scheitern von Seiteneinsteigern. Wende hatte zuvor keine politischen Erfahrungen gesammelt. Sie hatte nicht selbst nach dem Amt gegriffen, sondern war von Ministerpräsident Torsten Albig ins Kabinett geholt worden.

Wende war im September 2014 vor dem Hintergrund der staatsanwaltlichen Ermittlungen zurückgetreten. Dabei ging es um eine Option auf Rückkehr an die Universität Flensburg, die Wende von ihrer ehemaligen Hochschule für den Fall eines Ausscheidens als Ministerin zugestanden worden war. Vor ihrem Wechsel ins Kabinett 2012 war Wende Uni-Präsidentin in Flensburg. 2014 verzichtete sie auf ihre Option zur Rückkehr.

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