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Kiel

21. November 2017 | 20:42 Uhr

Gerangel um die besten Plätze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn am Wahlsonntag 425 Kandidaten um die wenigen Sitze im Parlament kämpfen, wird es auch im Kieler Landeshaus eng

von
erstellt am 02.Mai.2017 | 16:09 Uhr

Noch drei Tage. Dann ist es soweit. Schleswig-Holstein steht (wieder einmal) im Blickpunkt. Selbst Berliner Bundesnasen schnuppern nach Kiel. Mit Spannung erwartet wird der Wahlsonntag zwischen Nord- und Ostsee. Dann können 2,3 Millionen Nordlichter an die Wahlurnen treten, aus denen die Macht im Landtag kommt.

Treffen die Vorhersagen von Wahlforschern zu, dann ist das Rennen offen wie selten. Mal lag in den vergangen Wochen die SPD vorn, mal sollte die CDU als Gewinnerin durchs Ziel gehen. Mal behielt den Umfragen zufolge die regierende Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW ihre parlamentarische Mehrheit, dann wieder signalisierten die Demoskopen einen Wechsel.

Nicht einmal 100 Stunden vor Schließung der Wahllokale steht nur eines wirklich fest: Nichts Genaues weiß man nicht.

Dass die Berliner Polit-Antennen Richtung Norden ausgerichtet sind, hat auch mit der nur eine Woche später stattfindenden Wahl in Nordrhein-Westfalen zu tun. Das Ergebnis für Schleswig-Holstein könnte ein Signal für NRW sein, beides zusammen gilt als möglicher Fingerzeig für die im Herbst stattfindende Bundestagswahl.

Die freie Auswahl haben die Schleswig-Holsteiner unter 13 Parteien, die 425 Kandidaten ins Rennen schicken – darunter 116 Frauen (27,3 Prozent). Jüngste Bewerberin ist die 19 Jahre alte Schülerin Esra Toguz, die für die Linke kandidiert. Senioren sind mit jeweils 81 Jahren der Meiereimeister Werner Lahann (Familienpartei) und der Ingenieur Hans-Eberhard Knust, der in Lübeck für die AfD ins Rennen geht.

Interessant, aber nicht überraschend: Der weit überwiegende Teil der Kandidaten kommt nach grober Zählung aus Dienstleistungsberufen. So treten allein bei den 289 Wahlkreiskandidaten fast 30 Lehrkräfte, Erzieher oder Pädagogen an. Fast gleich groß ist die Zahl der Angestellten, die vor allem aus kaufmännischen Berufen kommt. Zur Schar der 16 rechtswahrenden Juristen (Richter, Anwälte, Notare) gesellen sich ebensoviele (selbstständige) Unternehmer sowie ein Dutzend Bewerber, die als „Beruf oder Stand“ den Rentner oder auch Student oder Schüler (13) angeben. Dazu kommt eine bunt gemischte Schar kleinerer Berufsgruppen wie Polizisten (6) Ärzte (5), Soldaten (4), Gastronome (2). Mit dabei sind auch jeweils ein Müllwerker, ein Hausmann, ein Möbelrestaurator und ein Fachagrarwirt für Baumpflege.

Wer von diesen Kandidaten, unter denen immerhin 51 sind, die ein Landtagsmandat aus der ablaufenden Legislaturperiode zu verteidigen haben, am Ende die Nase vorn hat, das entscheidet einzig das Wahlvolk.

Klar ist für den Wahlabend schon jetzt: Im Landeshaus wird es mächtig Gedränge geben. Nicht nur 1000 Gäste politischer Parteien werden sich in den drei Stockwerken tummeln; eine gleich große Zahl Medienvertreter und Techniker haben sich für die Berichterstattung akkreditiert. Neben den öffentlich-rechtlichen Hörfunk– und Fernsehanstalten wird auch der spanische Lokalsender „Catalan TV“, sowie auch der staatliche russische Propagandakanal RT-deutsch berichten.

Um 8 Uhr am Sonntag kann gewählt werden. Zehn Stunden lang sind die Wahllokale geöffnet. Um 18 Uhr ist Feierabend – nicht jedoch für rund 21  000 ehrenamtlichen Wahlhelfer, die dann das Ergebnis in den 2507 Wahlbezirken auszählen werden. Am schnellsten dürfte dies wieder auf dem Westküsten-Eiland Hallig Gröde gehen. Hier gibt es gerade mal ein rundes Dutzend Wahlberechtigte.

Die ersten Hochrechnungen werden gegen 18.30 Uhr erwartet . Dann ist absehbar, wer in den nächsten fünf Jahren im Landeshaus regieren und wer opponieren wird. Mit dem vorläufigen amtlichen Landesergebnis rechnet Landeswahlleiter Thilo von Riegen gegen 23.30 Uhr.

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