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Kooperation : Gemeinsam gegen Gewalt der Hooligans

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Vorbild anderer Fußballstädte wurde jetzt auch in Kiel ein Örtlicher Ausschuss für Sport und Sicherheit gegründet. Dieser ÖASS soll in erster Linie Maßnahmen koordinieren, um Ausschreitungen zu begrenzen. Vor ein paar Wochen erst musste Holstein Kiel 8000 Euro Strafe zahlen, weil Fans im Stadion Raketen abgefeuert hatten.

Nun: Ob man die Gewalt, die von enthemmten fanatischen Fußballfans ausgeht, generell verhindern kann, bleibt fraglich. Doch künftig will die Stadt gemeinsam mit dem Fußballverein Holstein Kiel, mit Polizei, Feuerwehr, Jugendamt und Staatsanwaltschaft zumindest für ein koordiniertes Vorgehen sorgen. Der neugegründete Örtliche Ausschuss für Sport und Sicherheit (ÖASS) soll ein abgestimmtes und einheitliches Handeln ermöglichen. Nach dem Vorbild anderer deutscher Fußballstädte sind auch die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) und die Deutsche Bahn eingeladen, sich an den Treffen zu beteiligen.

Die Verantwortlichen wollen erreichen, dass Gewalt und Zerstörungswut nicht automatisch zu den Begleitumständen von Fußballspielen gehören müssen. „Es geht uns um die Dinge, die mit Blick auf die Sicherheit zu regeln sind“, erklärt Sportamtsleiter Ralf Hegedüs. Er denkt etwa an die Lenkung der Fans zum Stadion und später wieder hinaus, aber auch an den Brandschutz auf der Tribüne.

Seit Jahren schon sind Punkt- und Pokalspiele beispielsweise gegen Hansa Rostock oder den VfB Lübeck Risikospiele, die Polizei muss stets mit einem Großaufgebot anrücken. Und vor wenigen Wochen erst wurde der Verein Holstein Kiel vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu 8000 Euro Strafe verurteilt – Holstein-Fans hatten im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück Bengalos und Knallraketen gezündet.

Vier Arbeitskreise innerhalb des ÖASS sollen sich mit den Themen Fanreiseverkehr, Verkehrsraumgestaltung, Stadion-Sicherheit und Fandialog beschäftigen. Diese Arbeitstreffen werden dann die halbjährlichen Tagungen vorbereiten helfen. Der ÖASS will mindestens zwei Mal im Jahr zusammentreten – jeweils vor der Beginn der Fußballsaison im Sommer und vor der Rückrunde im Winter. Auf Wunsch und bei Bedarf wollen die Experten allerdings auch öfter beraten, heißt es im Rathaus.

Hegedüs lobt ausdrücklich das Fanprojekt, das unter Federführung der Arbeiterwohlfahrt die sozialpädagogische Betreuung übernommen hat. Und überhaupt: Wer über Gewalt von Fußballfans redet, spricht immer nur über eine kleine Minderheit. Hegedüs und seine Familienmitglieder sind bekennende Holstein-Anhänger. „Und wir hatten noch nie Angst, ins Stadion zu gehen.“

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erstellt am 05.Dez.2016 | 18:14 Uhr

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