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Abriss und Neubau : Geldsorgen: Was wird aus dem ZOB?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Millionen-Investition der Stadt steht noch unter dem Vorbehalt der Haushaltsgenehmigung. Die Stadt sagt jetzt: Der Abriss des alten Parkhauses könne „frühestens im September“ beginnen. Das Parkhaus soll zum Jahresende schließen.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 06:49 Uhr

Er gilt als Schandfleck in den Augen vieler Kieler und auch in den Augen der Stadtverwaltung – der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB) samt marodem Parkhaus. Der Komplex soll abgerissen und neu gebaut werden (wir berichteten). Den passenden Rats-Beschluss gibt es bereits seit Ende vergangenen Jahres. Die Pläne liegen fertig in der Schublade, das neue Parkhaus soll eigentlich zur Kieler Woche 2016 fertig sein.

Doch der Zeitplan lässt sich längst nicht mehr einhalten. Zuerst hatte die Stadt vom Beginn der Rückbauarbeiten des Parkhauses in diesem Frühjahr gesprochen. Zuletzt hieß es: Im Sommer. Derzeit ist gänzlich unklar, wann und wie es weitergehen kann. Der Grund: Geldsorgen.

„Der Parkhaus-Neubau steht immer noch unter dem Vorbehalt der Haushaltsgenehmigung“, sagte Monika Hanke, Werksleiterin im Eigenbetrieb Parken der Stadt, auf Nachfrage. Da die Kommunalaufsicht des Landes den Haushalt der Landeshauptstadt für 2014 unter der Bedingung genehmigt hat, dass rund 7,5 Millionen Euro weniger investiert werden, wird derzeit im Rathaus um die Verwirklichung vieler Projekte gerangelt. Geplante Erweiterungen von Schulen, Mensen, Sporthallen, Kitas konkurrieren etwa mit dem Parkhaus-Neubau. Für das gesamte ZOB-Projekt werden Hanke zufolge zwölf Millionen Euro veranschlagt, wobei der Busbahnhof-Neubau für das Jahr 2014 noch nicht berücksichtigt wurde, sondern nur das Parkhaus (1,5 Millionen Euro). Und die Kommunalaufsicht rechnet den Kreditbedarf dafür mit ein. Andere Groß-Investitionen wie der geplante Neubau des Kraftwerks oder des Hörnbads werden ausgeklammert, sind damit gesichert.

„Die Unsicherheit macht uns das Leben doch ziemlich schwer“, sagt Monika Hanke. Sie rechnet mit weiteren Verzögerungen. „Frühestens im September“ könne man realistischerweise mit dem Abriss des alten Parkhauses rechnen, sagte sie. Wenn es schlecht läuft, vielleicht auch erst 2015. Eines kann sie jedoch schon jetzt versichern: „Der Betrieb des alten Parkhauses am Hauptbahnhof endet spätestens mit Ablauf dieses Jahres.“ Schon jetzt ist aus statischen Gründen jeder dritte Parkplatz gesperrt – aktuell stehen 242 Stellflächen zur Verfügung. Dazu kommt: Der Brandschutz läuft nur noch bis Ende Dezember dieses Jahres, danach genügt er den Vorschriften nicht mehr. „Wir müssten nachrüsten“, sagt Monika Hanke, „und das lohnt sich nicht“. Der Zustand des Gebäudes sei doch „relativ erbärmlich“.

Wie geht es nun weiter? Von der Verwaltung sei das Bau-Dezernat bereits aufgefordert worden, eine Prioritäten-Liste bis Anfang Juni abzugeben, sagte Monika Hanke. Projektleiter Udo Weißfel ergänzte: „Wir bereiten das Projekt weiter vor, allerdings ohne die Verpflichtung gegenüber Baufirmen.“ Weißel hofft, dass sich die Perspektive in den nächsten Wochen klärt „und nichts weiter verschoben wird“. Im September legt der Kämmerer den Nachtragshaushalt vor. Über den stimmt die Ratsversammlung ab.

Ein weiterer Aspekt der ZOB-Zukunft ist der Verkauf eines Teilgrundstücks. Mit der Bremer Zech-Group sei man weiter im Gespräch, hieß es von der Stadt. Die Unternehmensgruppe möchte neben dem eigenen Atlantic-Hotel ein weiteres Hotel niedrigerer Kategorie ansiedeln. Die Verhandlungen laufen seit Monaten. Die Stadt gibt zu, dass es lange dauert. Die Entwicklung der Fläche ist komplex. Und man hält sich bedeckt: „Da wird an einer Lösung gearbeitet.“

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