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Transparenz : Gehälter: Das verdienen Sparkassen-Vorstände in SH

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Die jährlichen Grundgehälter reichen von 133.000 bis 390.000 Euro. Unter den 26 aufgelisteten Vorständen ist nur eine Frau - und diese verdient am wenigsten.

Kiel | Die Vorstände der öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Schleswig-Holstein haben erstmals ihre Bezüge offengelegt. „Wir setzen damit als erste die gesetzliche Auflage des Landtages um, für mehr Transparenz bei den Gehältern und Versorgungsbezügen unserer Topmanager zu sorgen“, sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Reinhard Boll, am Freitag in Kiel. „Eine solche Veröffentlichung in Tabellenform mit den Namen und genauen Leistungen wurde in Deutschland bisher nicht praktiziert.“ Boll kritisierte, dass Sparkassen in anderer Trägerform, Volksbanken oder regionale Privatbanken ihre Vorstandsgehälter nicht preisgeben müssen.

Die jährlichen Grundgehälter reichen von 131.000 bis 393.000 Euro - je nach Höhe der Bilanzsumme der jeweiligen Sparkasse. Dazu kommen erfolgsabhängige Leistungen von 2800 bis zu 117.000 Euro. Die Pensionen betragen jährlich 98.000 bis 273.000 Euro. Dafür halten manche Sparkassen Rückstellungen in Höhe von mehr als drei Millionen Euro in ihren Büchern vor. Unter den 26 aufgelisteten Vorständen ist nur eine Frau - und diese verdient am wenigsten.

 

Er könne verstehen, wenn manche die Höhe der Bezüge und Pensionen kritisierten, sagte Boll. Aber im Kampf um die besten Kräfte müssten die Sparkassen marktübliche Gehälter zahlen. „Sonst laufen uns Spitzenkräfte einfach davon.“ Das sei eine Frage des Marktes und nicht der Moral. Im übrigen bewegten sich sämtliche Leistungen im Marktrahmen sowie innerhalb der Bandbreite der Empfehlungen des Landes-Giroverbandes. Dies habe eine im März 2015 in Auftrag gegebene Studie ergeben. „Ich stehe hinter jeder Zahl in der Tabelle“, sagte Boll.

Schleswig-Holstein hatte 2015 ein sogenanntes Vergütungsoffenlegungsgesetz für öffentliche Unternehmen beschlossen und auch das Sparkassengesetz entsprechend geändert. Danach muss der Träger einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse darauf hinwirken, dass die Bezüge und sonstigen Leistungen jedes Mitglieds von Vorstand und Verwaltungsrat unter Namensnennung auf der Homepage des Finanzministeriums sowie im Anhang zum Jahresabschluss veröffentlicht werden. Außer Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen kenne er keine Bundesländer mit einer solchen Regelung, sagte Boll. In Mecklenburg-Vorpommern werde ein entsprechendes Gesetz vorbereitet.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 16:10 Uhr

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