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Kieler Ostufer : Gefahr gebannt, Bombe entschärft

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kampfmittelräumdienst machte gestern Nachmittag auf dem Ostuferhafen einen 250 Kilo schweren Blindgänger unschädlich. Ungefähr zwei Stunden dauerte die Aktion, dann wurden die Sperren in Neumühlen wieder aufgehoben.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 11:25 Uhr

Erfolgreich verlief gestern Nachmittag auf dem Ostuferhafen die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Hunderte Menschen aus der Umgebung in Neumühlen hatten ihre Wohnungen ab 14.30 Uhr aus Sicherheitsgründen verlassen, der Hafen stellte vorübergehend seinen Betrieb ein, auch der Campus der Fachhochschule wurde komplett geräumt. Gegen 16.30 Uhr signalisierten die beiden verantwortlichen Sprengmeister Oliver Kinast und Heinz Kollath dann mit einer grünen Leuchtrakete: Gefahr gebannt, Bombe unschädlich; Abtransport der Einzelteile kann beginnen.

Vorsorglich hatte die Stadt in der Adolf-Reichwein-Schule eine Anlaufstelle für die zeitweilig obdachlosen Nachbarn eingerichtet. Aber es lag wohl am sonnigen Wetter, dass sich gerade mal ein Dutzend Personen in städtische Obhut begaben. Sven Herrmann, der mit seinem Rot-Kreuz-Team die Betreuung übernahm, vermutete, dass die meisten Ausquartierten wohl bei Freunden und Verwandten untergekommen waren oder den Nachmittag für Einkäufe genutzt hatten.

Eine der ersten Gäste, denen die Rot-Kreuz-Mitarbeiter Kaffee und Kekse anbieten konnten, war Cornelia Aschekowski. Während sie zwei Wellensittiche zu Hause lassen musste, hatte Angelika Roszka ihren Yorkshire-Terrier Paul gleich mit in die Reichwein-Schule gebracht. Hilfsdienste der Malteser und Johanniter brachten Gehbehinderte wie Edith Tröger, die nach einem schweren Sturz vorübergehend auf den Rollstuhl angewiesen ist, in die Unterkunft.

Sie alle mussten nicht lange auf ihre Rückkehr warten. Denn bei der Entschärfung der 250-Kilo-Bombe gab es keine unerwarteten technischen Probleme, wie Mark Wernicke vom Kampfmittelräumdienst erklärte. Der Leiter der Abteilung Luftbildauswertung und Sondierung stand mit seinen Sprengmeistern an der Fundstelle in ständigem Funkkontakt. Wie sich herausstellte, war der Blindgänger 1942 in den USA fabriziert und danach irgendwann über Kiel abgeworfen worden. Laut Wernicke versank jede zehnte bis fünfte Bombe der Alliierten im Erdboden, ohne dass sie explodierte. Das gestrige Exemplar verfügte über zwei Aufschlagzünder an Kopf und Heck. Einer ließ sich gut entschärfen, der andere musste kontrolliert gesprengt werden.

Entdeckt worden war der Blindgänger bei der Auswertung von Luftbildern. Zunächst als sogenannter „Hinweispunkt“, der sich bei genauerer Bodenuntersuchung dann tatsächlich als kriegerische Altlast entpuppte und für den an dieser Stelle geplanten Parkplatz ein ewiges Risiko gewesen wäre. Die erfahrenen Sprengmeister Kinast und Kollath waren nach getaner Arbeit jedenfalls froh, dass auch die zweite Entschärfung in diesem Jahr ohne Komplikationen verlief.  

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